Gewinner 2015
Das waren die m4-Award Gewinner 2015!
Prof. Dr. Dr. Andreas Beilhack
Prof. Dr. Harald Wajant
Universitätsklinikum Würzburg
TR-X – Ein molekularer Schalter zur Regulierung der Immunantwort
Tumorassoziierte regulatorische T-Zellen (Tregs) unterdrücken die Funktion des Immunsystems. Dadurch entziehen sich viele Krebszellen dem Zugriff der körpereigenen Abwehrkräfte. Prof. Andresas Beilhack und Prof. Harald Wajant arbeiten an der Entwicklung von Medikamenten, die diese Tregs blockieren. So soll das Immunsystem des Patienten für die Bekämpfung des Tumors reaktiviert werden. Die Blockierung oder Zerstörung der Tregs soll mit Hilfe monoklonaler Antikörper erreicht werden, die gegen einen für die Funktion der Tregs wichtigen Rezeptor gerichtet sind.
Dr. Nadja Fenn
Prof. Karl-Peter Hopfner
Genzentrum LMU München
Prof. Marion Subklewe
Klinikum der Universität München
A new antibody derivative that simultaneously targets tumor cells and locally inhibits immune checkpoints
Das Immunsystem erkennt körpereigene Zellen, die nicht angegriffen werden dürfen, an Molekülen, die im allgemeinen als "marker of self" bezeichnet werden. Viele Krebszellen verstecken sich vor dem Immunsystem, in dem sie die "marker of self" in hoher Zahl auf ihrer Oberfläche tragen. Der Ansatz von Dr. Fenn, Prof. Hopfner und Prof. Subklewe ist es, diese Tarnung auszuschalten und das Immunsystem des Patienten zu aktivieren. Dazu wird ein künstlicher Antikörper entwickelt, der spezifisch Krebszellen erkennt, Immunzellen mobilisiert und zugleich die Unterdrückung des Immunsystems aufhebt.
PD Dr. Felix Hausch
Max-Planck-Institut für Psychiatrie, München
Procera Pharmaceuticals - first-in-class therapies for endocrine disorders
Fettleibigkeit ist eine ernste Erkrankung mit zahlreichen Folgeerkrankungen, an der aktuell 175 Mio. Menschen leiden. Die derzeitigen medikamentösen Therapieoptionen führen nur zu einem geringen Gewichtsverlust und haben oft schwere Nebenwirkungen. Dr. Felix Hausch und Kollegen erforschen eine neue Klasse von Medikamenten, sogenannte selektive FKBP51-Inhibitoren. Diese Wirkstoffe können oral eingenommen werden und wirken lokal in Muskeln und Fettgewebe. Da sie nicht ins Gehirn gelangen, sind keine schwerwiegenden Nebenwirkungen zu erwarten. Mit Hilfe der Förderung soll der Wirkstoff optimiert und umfangreiche präklinische Daten erhoben werden.
Dr. med. Michael Hudecek
Universitätsklinikum Würzburg
Personalisierte Krebsimmuntherapie mit UltraModularCARTM T-Zellen einer neuen Generation
Ein Problem der Krebstherapie ist, das Krebszellen für das Immunsystem des Patienten (so gut wie) „unsichtbar“ sind und nicht angegriffen werden. CAR steht für chimeric antigen receptor, ein aus verschiedenen Bausteinen zusammengesetztes Molekül, das wie ein Sensor an Krebszellen binden kann. Ein neuer Ansatz der Krebstherapie ist es, die Immunzellen des Patienten, sogenannte T-Zellen, mit den CAR „auszurüsten“, damit sie Krebszellen erkennen und zerstören können. Dr. med. Michael Hudecek arbeitet an einer neuen Generation von CAR T-Zellen, die eine stärkere Antitumorwirkung haben und zugleich eine überschießende Reaktion des Immunsystems verhindern.
Dr. Nikola Müller
Martin Preusse
Prof. Dr. Dr. Fabian Theis
Helmholtz Zentrum München, Dt. Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt
KNOWING - Turning Big Data into Personalized Therapies
Die Lebenswissenschaften sind mit einer riesigen Datenmenge konfrontiert, die sich zudem durch eine große Datenvielfalt auszeichnet. Um zielgerichtete Medikamente entwickeln zu können, müssen sehr verschiedenartige Daten verknüpft werden, z.B. über Gene, Stoffwechsel und Gewebeuntersuchungen. Das Team um Dr. Nikola Müller arbeitet an einer Software, die diese Datenflut speichert, automatisch verknüpft und neue Biomarker und Wirkstoffe entdeckt. Damit soll der rasant wachsende Wissensschatz nutzbar gemacht und die Medikamentenentwicklung beschleunigt werden.