Gewinner 2019
Das waren die m4-Award Gewinner 2019!
PD Dr. Jennifer Altomonte
Teresa Krabbe
Klinikum rechts der Isar der TU München
Kommerzialisierung onkolytischer Viren (FUSIX Biotech)
Onkolytische Viren (OVs) beanspruchen mittlerweile einen stetig wachsenden Marktanteil im Bereich der Krebstherapeutika. Diese Viren bieten einen eleganten und multimodalen Wirkmechanismus, welcher einen langlebigen systemischen Therapieerfolg ermöglicht. Trotz großer Fortschritte stehen onkolytische Viren dennoch vor einigen Hindernissen bei aggressiven soliden Tumoren sowie durch mangelndes Erreichen des Tumors bei intravenöser Applikation. Diese und weitere Probleme adressiert FUSIX durch eine neuartige proprietäre Hybrid-Virus-Technologie. Basierend auf Zell-Zell-Fusionsreaktionen wird sowohl die Infektion gesunder Zellen als auch die Freisetzung von neuen Viruspartikeln aus infizierten Zellen in das umgebende Gewebe vermindert, was zu einem besonderen Sicherheitsprofil führt. Mit der Förderung will das Team die präklinische Entwicklung seines Leitprodukt ermöglichen.
Prof. Dr. Sebastian Kobold
Bruno Cadilha
Prof. Dr. Stefan Endres
Klinikum der Universität München
Entwicklung einer T-Zelltherapieplattform um chimäre Antigenrezeptor (CAR) T-Zellen und andere zelltherapeutische Verfahren vor Suppression zu schützen und regulatorische Mechanismen zur Funktionsverstärkung einzusetzen (CARMOUFLAGE)
Der Einsatz von chimäre Antigenrezeptor (CAR) T-Zellen konnte in der Therapie einiger Leukämien und Lymphome etabliert werden. Im Gegensatz dazu wirken CAR-T-Zellen bei soliden Tumoren bislang jedoch nicht aufgrund der Tumor-assoziierten Immunsuppression und des unzureichenden Zugangs der T-Zellen zu Tumorzellen. Das Forscherteam um Dr. Sebastian Kobold entwickelte deshalb die Plattform CARMOUFLAGE, um den Zugang von CAR-T-Zellen zum Tumorgewebe zu ermöglichen. Gleichzeitig steigert ein vor Immunsuppression schützender Rezeptor die zytotoxische Aktivität von CAR-T-Zellen. Mit Hilfe der Förderung soll die Wirkung von CARMOUFLAGE bestätigt und die therapeutische Sicherheit des Ansatzes belegt werden.
Dr. Hannelore Meyer
Julia Krämer
Dr. Grzegorz Popowicz
Dr. Krzysztof Zak
Technische Universität München
Entwicklung neuartiger Antibiotika zur Behandlung von Infektionen mit multiresistenten Gram-negativen Bakterien (FRAgment based antiBIOTICS – FRABIOTICS)
Infektionen mit multiresistenten bakteriellen Erregern stellen in Zukunft eine
der größten medizinischen Herausforderungen dar. Über eine eigene Screeningplattform konnte das Forscherteam zwei neuartige Fragmentklassen als Inhibitoren von bakteriellen Resistenzen gegen die wichtigsten Antibiotikaklasse, den β-Lactamen, identifizieren. Die Kombination aus aktiver Hemmung aller β-Lactamase-Klassen und einer eigenständigen antibakteriellen Wirkung eröffnet
die Möglichkeit, einen Wirkstoff mit einem doppelten mode-of-action zu entwickeln und somit neue Resistenzentwicklung erheblich zu erschweren. Im Rahmen des m4 Awards sollen die Inhibitoren in Bezug auf ihre antibakterielle Wirkung weiter optimiert werden.
Dr. Benjamin Kick
Dr. Klaus Wagenbauer
Dr. Jonas Funke
Technische Universität München
Entwicklung eines Nanoschalters für Antikörper (LOGIBODY)
Antikörper-basierte Immuntherapien haben großes Potenzial für die Behandlung von Tumorerkrankungen. Allerdings kann eine Überstimulation des Immunsystems zu Nebenwirkungen führen, aufgrund deren man die Therapie abbrechen muss. Diese Überstimulation hat zwei Ursachen: Zum einen sind die Zielantigene oft sowohl auf dem Tumorgewebe, als auch auf dem gesunden Gewebe vorhanden. Zum anderen sind die Antikörper im ganzen Körper aktiv und nicht nur lokal am Tumor. Um diese Probleme zu lösen, hat das Team und ihr Mentor Prof. Dietz einen „An/Aus-Knopf“ für Antikörper-Immuntherapien entwickelt. Dabei handelt es sich um einen ultra-miniaturisierten, aus DNA produzierten Nanoschalter. Der Nanoschalter kann spezifisch Tumorzellen erkennen, und körpereigene Immunzellen zur Bekämpfung dieser Zellen rekrutieren. Damit kann das Immunsystem zielgerichtet und gewissermaßen „on demand“ Tumorzellen bekämpfen. Dies führt zu einer geringeren Aktivität auf gesundem Gewebe und damit zu weniger Nebenwirkungen. Mittelfristig sollen mittels der LOGIBODY-Plattform in Kooperation mit Pharmaunternehmen Therapeutika gegen verschiedene Tumorerkrankungen entwickelt werden. Bei erfolgreicher Validierung der Technologie sind langfristig eigene LOGIBODY-Therapien geplant. LOGIBODY ist ein Beispiel für das Innovationspotential der molekularen Robotik.
Prof. Dr. Stephan Sieber
Dr. Franziska Mandl
Dr. Mathias W. Hackl
Dr. Christian Fetzer
Technische Universität München
Präklinische Entwicklung eines resistenzfreien Antibiotikums für die Therapie tödlicher Infektionskrankheiten (aBACTER)
Bakterielle Infektionskrankheiten, hervorgerufen durch multiresistente Keime wie z.B. multiresistente Staphylococcus aureus (MRSA), stellen eine der größten Gefahren für unsere Gesundheit dar. Das Projektteam um Prof. Dr. Stephan Sieber hat ein neues Antibiotikum entdeckt, welches sehr effektiv gegen gram-positive, multiresistente Bakterienstämme wirkt und keinerlei Resistenzentwicklung aufweist. Der neue Wirkmechanismus unterscheidet sich hierbei grundsätzlich von dem aller bisher zugelassenen Antibiotika. Das primäre Ziel des Projekts aBACTER ist die Entwicklung eines neuen Antibiotikums gegen Endokarditis, einer schon jetzt sehr schwer behandelbaren Entzündung der Herzinnenhaut.