3 Mio. Euro für Verhütung ohne Hormone: LMU entwickelt im Projekt PREVENT neue Ansätze

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Ein interdisziplinäres Forschungsteam unter Beteiligung der LMU München entwickelt im Projekt PREVENT neuartige, nicht-hormonelle Verhütungsmethoden für Frauen und Männer. Ziel sind wirksame und nebenwirkungsarme Alternativen zur klassischen „Pille“. DAs MFTR fördert das Projekt mit rund drei Mio. Euro.

Ein Forschungsteam um Prof. Daniel Merk von der Ludwig-Maximilians-Universität München, Dr. Claudia Tredup und Prof. Stefan Knapp vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Goethe-Universität Frankfurt und Prof. Hubert Schorle vom Universitätsklinikum Bonn haben gemeinsam das Projekt PREVENT („Precision Reproductive and contraceptive target discovery Network“)gestartet. Ziel ist die Entwicklung nicht-hormoneller Verhütungsmittel als Alternative zur Antibabypille. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) bis 2029 mit rund drei Millionen Euro gefördert.

Die Forschenden wollen neue Wirkstoffe identifizieren und ein Verfahren etablieren, mit dem sich innovative Ansätze zur Empfängnisverhütung für Frauen und Männer entwickeln lassen. Im Fokus stehen Strategien, die ohne Eingriff in den Hormonhaushalt auskommen und dadurch potenziell besser verträglich sind.

Hintergrund des Projekts ist die wachsende Skepsis gegenüber hormonellen Verhütungsmethoden. Zwar gilt die Antibabypille als zuverlässig und war lange Zeit eines der meistgenutzten Verhütungsmittel, doch bekannte Nebenwirkungen – etwa Übelkeit, Gewichtszunahme, Bluthochdruck oder ein erhöhtes Thromboserisiko – tragen zu einer sinkenden Akzeptanz bei.

Aktuelle Umfragen zeigen, dass seit 2023 weniger Frauen und Paare auf die Pille setzen; insbesondere bei jüngeren Erwachsenen hat das Kondom inzwischen die führende Rolle übernommen.

Das PREVENT-Konsortium verfolgt daher einen neuen Ansatz: Statt hormonelle Regelkreise zu beeinflussen, sollen gezielt Proteine adressiert werden, die ausschließlich in Spermien oder Eizellen vorkommen. Auf diese Weise könnten neuartige Wirkstoffe entstehen, die eine Empfängnis verhindern, ohne in das hormonelle Gleichgewicht des Körpers einzugreifen.

Mit dem Projekt wollen die beteiligten Institutionen die Grundlage für zukünftige, sichere und nebenwirkungsarme Verhütungsoptionen schaffen und damit neue Perspektiven für die reproduktive Gesundheit eröffnen.