Bayern startet Bayerisches Zentrum für präventive Infektionsmedizin

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Mit dem Bayerischen Zentrum für präventive Infektionsmedizin (BZI) schafft Bayern eine dauerhafte, landesweite Struktur zur Pandemie-Vorsorge: Sechs Universitätsstandorte bündeln ihre Expertise, um Infektionsrisiken früher zu erkennen, Impfstrategien weiterzuentwickeln und Postinfektionssyndrome wie Long COVID systematisch zu erforschen.

Infektionskrankheiten gehören zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit – nicht zuletzt durch neu auftretende Erreger, zunehmende Antibiotikaresistenzen und die langfristigen Folgen viraler Infektionen. Um Bayern besser auf künftige Infektionswellen und Gesundheitsrisiken vorzubereiten, nimmt jetzt das Bayerische Zentrum für präventive Infektionsmedizin (BZI) seine Arbeit auf. Das Zentrum wird durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst mit jährlich rund drei Millionen Euro gefördert und vernetzt alle sechs bayerischen Universitäten mit Medizinischer Fakultät, darunter Erlangen, Augsburg, München (LMU und TU), Regensburg und Würzburg mit medizinischer Fakultät sowie Hochschulmedizin und öffentlichen Gesundheitsdienst.

Drei Programmbereiche – eine gemeinsame Strategie

Das BZI basiert auf drei ineinandergreifenden Programmbereichen, die gemeinsam eine wissenschaftlich fundierte und koordinierte Vorsorgestrategie gegen Infektionskrankheiten ermöglichen:

  • BaySurv (Bayerisches Surveillancezentrum): kontinuierliches Monitoring relevanter Erreger, inklusive moderner molekularer Analytik und datenbasierter Auswertung
  • BayVak (Bayerisches Vakzinezentrum): Forschung zu Impfstoffen und Impfstrategien, klinische Studien sowie evidenzbasierte Kommunikation rund um das Impfen
  • BAY-LCR (Bayerisches Long-COVID-Register): standortübergreifende Erfassung und Erforschung postakuter Infektionssyndrome wie Long COVID

Ziel ist es, Infektionsrisiken möglichst früh zu identifizieren, Forschungsergebnisse schneller in Versorgung und Prävention zu überführen und damit evidenzbasierte Entscheidungen im Gesundheitswesen zu unterstützen. Die neue Struktur soll zudem dazu beitragen, dass Wissen schneller genutzt und Risiken früher erkannt werden. 

Jeder der sechs beteiligten Universitätsstandorte bringt ein eigenes infektionsmedizinisches Profil ein - von molekularbiologischer Grundlagenforschung bis hin zur klinischen Versorgung. So sollen wertvolle Synergien für gemeinsame Forschungsprojekte, die Entwicklung neuer Test- und Therapieansätze sowie für die landesweite Beobachtung und Bewertung von Infektionsgeschehen entstehen.