Das Münchner Start-up BugSense Diagnostics erhält im Rahmen des Förderprogramms EXIST Forschungstransfer 1,23 Millionen Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE). Mit der Förderung will der m4 Award-Gewinner von 2023 seine papierbasierte Point-of-Care-Plattform in den kommenden zwei Jahren weiterentwickeln, das Team ausbauen, die Technologie validieren und den Weg in die klinische Anwendung für die schnelle Infektionsdiagnostik und den Nachweis antimikrobieller Resistenzen ebnen.
Harnwegsinfektionen zählen mit mehr als 152 Millionen Betroffenen jährlich zu den häufigsten Infektionserkrankungen weltweit. Die Diagnostik dauert bislang zwei bis fünf Werktage, sodass Patientinnen und Patienten häufig zunächst mit Breitbandantibiotika behandelt werden.
BugSense entwickelt ein handliches, papierbasiertes Diagnostiksystem, das bakterielle Erreger und Antibiotikaresistenzen direkt am Point of Care nachweisen kann – ohne Probentransport und lange Wartezeiten im Labor. Die Technologie kombiniert Erregernachweis und Resistenztest in einem Schritt und ermöglicht Ergebnisse noch am selben Tag. Damit sollen Testdauer, Kosten und logistischer Aufwand reduziert sowie unnötige Antibiotikaverschreibungen vermieden werden.
Für diese Innovation wurde BugSense bereits auf der diesjährigen BayOConnect ausgezeichnet. Im Rahmen des BayOConnect Innovation Awards, gestiftet von Informa, nahm Sarah Wali den Preis gemeinsam mit einem Freiticket zur BIO-Europe 2026 in Köln entgegen.
EXIST – From Science to Business – ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE). Es unterstützt Ausgründungen aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie Hochschulen beim Aufbau einer ganzheitlichen Gründungskultur. Ziel des Programms ist es, das Gründungsklima an Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu verbessern und die Zahl innovativer Gründungen in Deutschland zu erhöhen.