Der 13. Deutsche Startup Monitor (DSM) zeigt die zentrale Rolle der deutschen Start-up-Szene für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Trotz Rezession sehen viele Gründerinnen und Gründer Standortvorteile unsetzen verstärkt auf Künstliche Intelligenz und DeepTech. Zweitwichtigste Branche ist der Gesundheitssektor. Gleichzeitig bleibt fehlendes Kapital die größte Wachstumsbremse. Besonders stark ist Bayern und nimmt mit den meisten Neugründungen bundesweit den Spitzenplatz ein.
Der Deutsche Startup Monitor 2025 zeigt: Deutschland wird international zunehmend als attraktiver Start-up-Standort wahrgenommen: 40 % der Gründenden bewerten ihn inzwischen positiver als die USA, ein Plus von sechs Prozentpunkten gegenüber 2024. Im europäischen Kontext sehen sogar 61 % Deutschland vorne. Dennoch schätzen 79 % die digitale Souveränität als gering ein. Eine klare Mehrheit fordert mehr Investitionen in europäische Softwarelösungen.
Bayern auf Platz 1 bei Neugründungen
Besonders bei den Neugründungen liegt Bayern mit 19,5 % aller Start-ups im Bundesvergleich vorn und damit vor Berlin (18 %) und Nordrhein-Westfalen (17,9 %).
Stimmung im Ökosystem: zu hohe Bürokratie und zu wenig Kapital
Das Geschäftsklima liegt weiterhin über dem Niveau der etablierten Wirtschaft, ist aber im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Auch die Gründungsbereitschaft nimmt ab: 78 % würden erneut gründen, nach 84 % im Jahr 2024. Rund ein Drittel würde dabei ins Ausland ausweichen, vor allem wegen zu hoher Bürokratie und eingeschränktem Zugang zu Kapital.
Kapital als Wachstumsbremse
Beim Venture Capital bleibt Deutschland deutlich hinter internationalen Wettbewerbern zurück. Bezogen auf die Wirtschaftsleistung liegt die Bundesrepublik nur auf Rang 18. 2025 flossen zwar 5,4 Milliarden Euro in deutsche Start-ups und vier neue Unicorns entstanden, dennoch reicht dies nicht aus, um die Lücke zu Ländern wie den USA oder Frankreich zu schließen.
KI und DeepTech als Wachstumstreiber
Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz gewinnt stark an Dynamik: 45 % der Start-ups haben KI als Kernbestandteil ihrer Produkte – ein deutlicher Anstieg gegenüber 2024. DeepTech-Start-ups, die eng mit Forschung und technologischer Exzellenz verbunden sind, machen bereits 11 % der Szene aus. Zudem verzeichnete DefenseTech 2025 Rekordinvestitionen von fast 900 Millionen Euro.
Kooperationen unter Druck
Die Zusammenarbeit zwischen Start-ups und etablierten Unternehmen, die für die Skalierung neuer Technologien entscheidend ist, nimmt ab: Der Anteil der Start-ups mit Unternehmenspartnerschaften fiel von 62 % auf 56 %. Damit droht ein wichtiger Innovationsmotor an Kraft zu verlieren.
Weitere Ergebnisse im Überblick
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Der Gründerinnenanteil stieg leicht auf 20 %.
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Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl pro Start-up sank auf 15,8.
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Internationale Talente prägen die Szene: 32 % der Mitarbeitenden stammen aus dem Ausland, in Berlin sogar 42 %.
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Die Digitalisierung von Verwaltung (81 %) und Wirtschaft (53 %) wird als unzureichend bewertet.
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Der Anteil von öffentlichen Aufträgen am Umsatz stieg leicht auf 7 %.
Der Deutsche Startup Monitor 2025 basiert auf den Angaben von 1.846 Gründerinnen und Gründern und entstand in Kooperation mit dem ifo Zentrum für Makroökonomik und Befragungen. Er liefert jährlich einen umfassenden Überblick über Geschäftslage, Herausforderungen und Perspektiven der deutschen Startup-Szene.