Die FAU Erlangen-Nürnberg erhält mit Prof. Dr. Ruth Beckervordersandforth eine neue Heisenberg-Professur für Molekulare Neuropathologie. Die von der DFG geförderte Forschung widmet sich der Rolle und Vielfalt von Astrozyten bei der Plastizität des erwachsenen Gehirns und zielt auf innovative Therapieansätze für neurologische Erkrankungen ab.
Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) feiert einen wissenschaftlichen Erfolg: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Prof. Dr. Ruth Beckervordersandforth, Professur für Molekulare Neuropathologie, in die Heisenberg-Förderung aufgenommen. Über eine Laufzeit von fünf Jahren ermöglicht die Förderung die intensive Erforschung der zellulären und molekularen Mechanismen, um die Rolle der Astrozyten im Bereich der Gehirnphysiologie und -pathologie besser zu verstehen, um letztendlich neue, astrozytenbasierte Therapieansätze entwickeln zu können.
Im Zentrum der Arbeit steht die Frage, wie die Diversität und Dynamik dieser speziellen Gliazellen die Plastizität des Hippokampus und damit Lern- sowie Regenerationsprozesse im erwachsenen Gehirn steuern. Prof. Beckervordersandforth betont, dass die Heisenberg-Förderung nicht nur das Ende einer langen Bewerbungsphase um eine Professur bedeutet, sondern vor allem die Fortsetzung ihrer Forschung und die Vertiefung wertvoller wissenschaftlicher Kollaborationen an der FAU ermöglicht. Durch die Verankerung in der Neurochirurgie eröffnet sich zudem die Chance, der bislang grundlagenorientierte Forschung eine translationale Richtung zu geben.
Die Herausforderungen der Astrozytenforschung bestehen darin, dass das Gebiet noch jung und wenig erforscht ist, es stehen weniger genetische Werkzeuge und etablierte experimentelle Strukturen. Trotz dieser Hürden sieht Beckervordersandforth gerade darin den besonderen Reiz und die Möglichkeit, ein spannendes Forschungsfeld aktiv mitzuentwickeln.
Gehirnplastizität ist die Fähigkeit des Gehirns sich an Umwelt und Umgebung anzupassen. Diese ist während der Entwicklung am höchsten, und nimmt im Laufe des Lebens immer weiter ab. Plastizität stellt aber auch die Reaktionsfähigkeit des Gehirns auf Verletzung oder Krankheit dar. Mechanismen, die Plastizität verbessern, stellen also auch möglichen Schutz vor oder Verbesserung von Krankheitszuständen dar.
Ziel der Forschung ist es, die Rolle der Astrozyten im Bereich der Gehirnphysiologie und -pathologie besser zu verstehen, um letztendlich neue, astrozytenbasierte Therapieansätze entwickeln zu können.