„Don’t eat me“-Signal schützt schädliche T-Zellen: Neuer Therapieansatz gegen GvHD nach Stammzelltransplantation

AI generated.

Ein Forschungsteam der Universitätskliniken Erlangen, Regensburg und Würzburg hat im Rahmen des Sonderforschungsbereichs/Transregio SFB/TRR 221 eine zentrale Entdeckung gemacht, die potenziell den Verlauf von allogenen Stammzelltransplantationen sicherer machen könnte. Im Fokus steht das Oberflächenprotein CD47, das als „Don’t eat me“-Signal fungiert und es schädlichen Spender-T-Zellen ermöglicht, einer Immunantwort zu entgehen.

Bei allogenen Stammzelltransplantationen – also Transplantationen mit fremden Spenderzellen – besteht das Risiko einer Transplantat-gegen-Wirt-Erkrankung (GvHD), bei der die transplantierten Immunzellen den Körper des Empfängers angreifen. Die Forschenden entdeckten, dass die auslösenden T-Zellen ungewöhnlich hohe Mengen des Proteins CD47 exprimieren, welches Makrophagen daran hindert, diese Zellen zu beseitigen.

Durch eine gezielte Blockade von CD47 mittels Antikörper konnte die Phagozytose dieser T-Zellen durch Makrophagen in Mausmodellen erfolgreich wiederhergestellt werden. Dies führte zu einer effektiveren Beseitigung der schädlichen Zellen, einer Reduktion der Entzündung im Darm und einer verbesserten Überlebensrate. Zudem verursachten CD47-defiziente Spender-T-Zellen deutlich weniger GvHD-Symptome.

Die Studienergebnisse, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Blood, belegen erstmals den Zusammenhang zwischen CD47 und der GvHD. Die Erstautorenschaft teilen sich Dr. Haroon Shaikh (Uniklinikum Würzburg) und Dr. Cindy Flamann (Uniklinikum Erlangen). Die Forschung unterstreicht das translational ausgerichtete Potenzial der Zusammenarbeit im SFB/TRR 221 und bildet die Grundlage für kommende klinische Studien zur CD47-Blockade als Therapieansatz gegen GvHD.

<link https: ashpublications.org blood article-abstract>Zur Originalveröffentlichung.