Drei herausragende Promotionsarbeiten erhalten den Nano Innovation Award 2026

Gewinner des Nano Innovation Award 2026: Von links nach rechts: Felix Sieber-Schäfer, Lars Richter, Svetozar Gavrilovic. © Christoph Hohmann/ibidi GmbH

Einzelmolekülmikroskopie, KI-gestützte Nanomedizin und lichtsteuerbare DNA-Strukturen: Mit dem Nano Innovation Award 2026 hat das Center for NanoScience (CeNS) der LMU zusammen mit CeNS-Ausgründungen erneut anwendungsnahe Promotionsarbeiten aus der Nanotechnologie ausgezeichnet. Das LMU Center for NanoScience und vier LMU-Spin-off-Unternehmen, prämieren erneut innovative Promotionsprojekte mit hohem Anwendungspotential.

Die diesjährigen Preisträger sind Lars Richter (Department Chemie der LMU), Felix Sieber-Schäfer (Department Pharmazie der LMU) und Svetozar Gavrilovic (Max-Planck-Institut für Biochemie). Der CeNS Nano Innovation Award würdigt jährlich innovative Promotionen mit Anwendungs- und Transferpotenzial im Bereich der Nanowissenschaften und richtet sich an Promovierende in Bayern.

Visualisierung biomolekularer Dynamiken

Lars Richter entwickelte in der Arbeitsgruppe von Professor Philip Tinnefeld eine Einzelmolekül-Mikroskopiemethode mit. Sie nutzt DNA-Nanotechnologie, um DNA-Stränge senkrecht auf Graphen anzuordnen. Über die Fluoreszenz eines Farbstoffs lässt sich messen, wie sich DNA oder DNA-Protein-Komplexe dynamisch verändern. Dadurch werden Bewegungen und Strukturänderungen mit hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung sichtbar.

KI für RNA-Nanoträger

Felix Sieber-Schäfer arbeitete in der Arbeitsgruppe von Professorin Olivia Merkel an datengetriebenen Methoden für RNA-Trägersysteme. Er verband maschinelles Lernen, molekulardynamische Simulationen und experimentelle Formulierungsforschung, um geeignete lipid- und polymerbasierte Nanopartikel systematischer zu identifizieren.

Lichtgesteuerte DNA-Strukturen

Svetozar Gavrilovic entwickelte in der Arbeitsgruppe von Professorin Petra Schwille eine Plattform, mit der sich DNA-Strukturen durch Licht gezielt auf künstlichen Membranen aufbauen lassen. DNA-Bausteine werden dabei durch UV-Licht an bestimmten Stellen aktiviert. So lässt sich steuern, wann und wo die Strukturen wachsen. Langfristig könnten daraus Ansätze für künstliche Zellsysteme oder membranähnliche Materialien entstehen.

Der Nano Innovation Award 2026 wird vom CeNS gemeinsam mit attocube systems, ibidi, Nanion Technologies und NanoTemper Technologies verliehen. Die vier CeNS-Ausgründungen stellen Preisgelder von 4.000, 3.000 und 2.000 Euro bereit. Die Verleihung fand am 17. Juli 2026 bei „CeNS meets Industry“ an der Fakultät für Physik der LMU statt.