Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) erweitert sein Therapiespektrum bei Lebertumoren. Mit der Elektrochemotherapie (ECT) steht Betroffenen eine minimalinvasive, risikoarme und gewebeschonende Behandlungsoption zur Verfügung, insbesondere für schwer zugängliche Tumoren.
Häufig sind Behandlungen von Lebertumoren mit einem erheblichen medizinischen Aufwand verbunden. Oft sind Operationen nötig, um den Tumor zu entfernen.
Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) setzt mit der Einführung der Elektrochemotherapie (ECT) neue Standards in der Behandlung von Lebertumoren. Das Institut für Röntgendiagnostik bietet mit diesem innovativen Verfahren eine minimalinvasive und hochwirksame Alternative zu chirurgischen Eingriffen.
Bei der ECT wird ein zytotoxisches Medikament – meist Bleomycin – in Kombination mit elektrischen Impulsen eingesetzt. Diese öffnen kurzfristig die Zellmembranen der Tumorzellen (Elektroporation), sodass das Medikament in deutlich höherer Konzentration in die Zellen gelangt. Das Resultat: eine effektive Tumorablation bei gleichzeitig bestmöglicher Schonung des umliegenden gesunden Gewebes.
Besonders profitieren Patienten, für die eine Operation nicht infrage kommt oder deren Tumoren nahe empfindlicher Strukturen wie Blutgefäßen oder Gallenwegen liegen. „Die Elektrochemotherapie ist eine schonende Alternative, die das gesunde Gewebe schützt und gleichzeitig eine effektive Tumorablation ermöglicht“, erklärt PD Dr. Ingo Einspieler, Leitender Oberarzt des Instituts für Röntgendiagnostik und Leiter des Zentrums für Radiologisch-Interventionelle Onkologie (RIO).
Eine wesentliche technologische Weiterentwicklung ist die Einführung einer bipolaren Elektrode. Diese ermöglicht die Ablation über nur eine Punktionsstelle. Bisher waren mindestens drei Nadeln notwendig. Dadurch wird die Behandlung vereinfacht, sicherer und besonders kleine, schwer zugängliche Tumoren lassen sich effizienter therapieren.
Das UKR wendet die ECT bereits erfolgreich an. Die Behandlung erfolgt in einer einmaligen, niedrig dosierten Sitzung und wird durch KI-gestützte Navigation präzise gesteuert. Anders als bei thermischen Verfahren wie der Radiofrequenz- oder Mikrowellenablation entsteht dabei keine Hitzeentwicklung. Damit bietet die Methode eine besonders verträgliche Option für Patienten im frühen metastasierten Stadium.