Ethris aus Planegg erhält gemeinsam mit dem europäischen Konsortium NOFLU eine erste Förderung in Höhe von 13 Mio. Euro, um eine innovative mRNA-basierte Schleimhautvakzine gegen pandemische Influenza voranzubringen. Das Gesamtprogramm kann in mehreren Phasen auf bis zu 148 Mio. Euro anwachsen.
Die Europäische Health and Digital Executive Agency (HaDEA) hat dem europäischen Impfstoffkonsortium NOFLU im Rahmen einer wettbewerblichen Ausschreibung eine erste Finanzierung in Höhe von 13 Mio. Euro zugesprochen. Das Gesamtvolumen des Vertrags kann vorbehaltlich weiterer Evaluierungen bis zu 148 Mio. Euro erreichen. Ziel ist es, neuartige Impfstoffansätze zur besseren Vorbereitung auf Influenza-Pandemien zu entwickeln.
NOFLU ist eines von drei ausgewählten Programmen innerhalb dieses EU-weiten Pre-Commercial-Procurement-Verfahrens. Das Konsortium vereint sieben Partner aus Europa und bündelt Expertise entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von mRNA-Design und -Formulierung über präklinische Forschung und klinische Entwicklung bis hin zur immunologischen Analyse. Beteiligt sind Ethris und Evonik (Deutschland), NIVI Development (Novo Nordisk Foundation Initiative for Vaccines and Immunity), Statens Serum Institut und Bavarian Nordic (Dänemark), ECRAID (Niederlande) sowie VisMederi (Italien).
Im Zentrum des Programms steht die Weiterentwicklung der proprietären mRNA-Technologie von Ethris als mukosaler Impfstoff gegen pandemische Influenza. Anders als klassische systemische Vakzine zielt dieser Ansatz darauf ab, eine Immunantwort direkt an der Eintrittspforte des Virus – den Atemwegen – auszulösen. Dadurch soll die Virusreplikation frühzeitig unterbunden und die Übertragung reduziert werden. Zum Einsatz kommt eine stabilisierte, nicht-immunogene RNA-Formulierung, die sowohl Sicherheit als auch Wirksamkeit optimieren soll. Frühere klinische Proof-of-Concept-Studien lieferten bereits positive Ergebnisse.
Das Förderprogramm ist auf insgesamt 98 Monate angelegt und folgt einem gestuften Entwicklungsmodell von der präklinischen Phase bis hin zu potenziellen Marktzulassungsaktivitäten. Die initiale Finanzierung über 13 Mio. Euro ermöglicht den Start einer Phase-1-Studie zur Untersuchung von Sicherheit, Machbarkeit und Immunantwort. Dabei werden intramuskuläre und intranasale Applikationswege vergleichend bewertet. Die klinische Prüfung wird am Gentofte Hospital in Kopenhagen durchgeführt.
Bei erfolgreichem Verlauf kann das Projekt in zwei weitere wettbewerbliche Phasen übergehen: Für eine Phase-2-Studie stehen bis zu 35 Mio. Euro, für eine Phase-3-Studie bis zu 100 Mio. Euro in Aussicht.
Mit NOFLU reagiert das Konsortium auf die HaDEA-Ausschreibung zur Entwicklung von Next-Generation-Impfstoffen gegen Influenza. Der integrierte Entwicklungsansatz unterstreicht das gemeinsame Ziel der Partner, wissenschaftliche Exzellenz mit operativer Umsetzungskompetenz zu verbinden und einen nachhaltigen Beitrag zur europäischen Pandemieprävention zu leisten.