FAU-Forschungsteam entwickelt neuen Therapieansatz gegen Lebermetastasen

© FAU, Anna Thiessen

Ein Forschungsteam der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und des Uniklinikums Erlangen hat einen neuen therapeutischen Ansatz zur Behandlung von Lebermetastasen entwickelt. Damit soll Tumoren der Nährboden entzogen werden. Im Fokus steht also nicht der Tumor selbst, sondern die Leberumgebung, deren gezielte Veränderung die Metastasierung einschränken kann.

Im Kampf gegen Lebermetastasen verfolgt ein interdisziplinäres Forschungsteam der FAU und des Uniklinikums Erlangen einen innovativen Ansatz: Statt die Krebszellen direkt zu bekämpfen, richtet sich die Therapie gegen das Umfeld der Leber, das für Tumorzellen ein attraktives Siedlungsgebiet darstellt. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forschenden im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS).

Im Zentrum steht die sogenannte NPY-Y5R-Signalachse. Das in der Leber gebildete Molekül NPY fördert über den Rezeptor Y5R auf Tumorzellen deren Ansiedlung und Wachstum. Durch gezielte Störung dieser molekularen Kommunikation konnten die Forschenden in präklinischen Modellen die Lebermetastasierung erfolgreich eindämmen.

Dieser Ansatz – das gezielte Eingreifen in die Organ-Nische anstelle der Tumorzelle – eröffnet neue therapeutische Optionen. Besonders für Patient:innen mit schwarzem Hautkrebs, Darm-, Magen-, Brust- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs könnte dies ein bedeutender Fortschritt sein, da die Leber häufig Ziel von Metastasen ist.

Als nächster Schritt stehen Weiterentwicklungen der Therapieform, Sicherheitsprüfungen und die Vorbereitung auf klinische Studien an. Bis zur Anwendung in der Praxis ist es noch ein weiter Weg, doch die vielversprechenden Ergebnisse markieren einen bedeutenden Meilenstein.

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