Die Financial Times hat zum dritten Mal ihr Ranking „Europe’s Leading Start-up Hubs“ in Europa veröffentlicht. In der Ausgabe 2026 wurden 180 Innovations- und Gründerzentren aus 25 Ländern bewertet – auf Basis von Reputation, Erfolgsbilanz und umfassendem Feedback aus der Startup-Szene. Das Ergebnis: Bayern setzt europaweit Maßstäbe.
An der Spitze - und zum dritten Male in Folge - steht erneut UnternehmerTUM aus München. Seit 2002 begleitet das Zentrum, gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM), den TUM Venture Labs und dem gesamten Münchner Innovationsökosystem, Start-ups von der Idee bis zur Skalierung und hat bereits mehr als 1.000 Unternehmensgründungen hervorgebracht. Auch die Plätze zwei und drei gehen in den Freistaat: Die international ausgerichtete Start2 Group belegt Rang zwei, BayStartUP folgt auf Platz drei. Mit WERK1 auf Platz neun finden sich damit gleich vier bayerische Organisationen unter den Top Ten Europas.
Das Ranking gilt als einer der wichtigsten Gradmesser für die Leistungsfähigkeit europäischer Innovationsökosysteme. Berücksichtigt wurden unter anderem Empfehlungen von Investoren, Rückmeldungen von Gründern und Alumni sowie konkrete Erfolgskennzahlen und Skalierungserfolge der geförderten Unternehmen. Teilnahmeberechtigt waren ausschließlich Organisationen mit aktiven Programmen seit mindestens 2021 – ein klares Indiz für die datenbasierte Aussagekraft der Analyse.
Auch politisch wird die Entwicklung als Bestätigung des eingeschlagenen Kurses gewertet. Bayern ist mit 785 von bundesweit 3.568 Neugründungen im vergangenen Jahr das gründungsstärkste Bundesland. Über die Initiative „Gründerland Bayern“ investiert der Freistaat gezielt in Infrastruktur, Netzwerke und Kapital. 19 Digitale Gründerzentren an 30 Standorten werden mit 150 Millionen Euro gefördert. Hinzu kommen großvolumige Fonds wie der Bayern-Kapital-Wachstums- und Scale-up-Fonds mit 500 Millionen Euro.
Die Stärke des bayerischen Ökosystems zeigt sich besonders im Bereich technologieorientierter Gründungen – etwa in den Life Sciences. Mit dem Munich Accelerator Life Sciences & Medicine (MAxL) in Martinsried entsteht ein spezialisierter Inkubator für Biotechnologie und Healthtech. Auf rund 900 Quadratmetern stehen moderne Laborflächen, Co-Working-Spaces und die enge Anbindung an das BioM-Netzwerk zur Verfügung. Ziel ist es, Pre-Seed-Projekte und junge Start-ups in zukunftsweisenden Feldern wie Gen- und Zelltherapie, Diagnostik, Bioökonomie oder KI-basierter Gesundheitslösungen zu unterstützen.
MAxL setzt dabei konsequent auf interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Verzahnung mit Industrie- und Finanzierungspartnern. Gerade die Verbindung von technologischer Exzellenz, unternehmerischem Know-how und starken Netzwerken gilt als entscheidender Erfolgsfaktor – ein Prinzip, das auch die Spitzenplatzierungen im FT-Ranking widerspiegeln.
Europa baut sein Innovationsnetzwerk kontinuierlich aus, doch Bayern nimmt eine führende Rolle ein. Das aktuelle Ranking unterstreicht: Professionell aufgestellte Startup-Hubs sind zentrale Wachstumstreiber. Für Gründerinnen und Gründer bedeutet das mehr denn je, strategisch das richtige Umfeld zu wählen – denn oft entscheidet nicht nur die Idee, sondern das Ökosystem über den langfristigen Erfolg.