Gilead übernimmt Münchener Biotech-Unternehmen und m4 Award Gewinner Tubulis für bis zu 5 Milliarden US-Dollar

Das amerikanische Biopharmaunternehmen Gilead Sciences mit Sitz in Kalifornien übernimmt das Münchner Biotechnologieunternehmen Tubulis und baut damit seine Onkologie-Pipeline gezielt aus. Im Mittelpunkt der Transaktion steht die Integration eines potenziell erstklassigen Antikörper-Wirkstoff-Konjugats (ADC) sowie einer Plattform der nächsten Generation.

Tubulis, m4 Award-Gewinner von 2017, zählt zu den aufstrebenden Biotech-Unternehmen Europas. Erst im Oktober 2025 hatte das Unternehmen eine Series-C-Finanzierungsrunde in Höhe von 308 Millionen Euro abgeschlossen – die größte ihrer Art für ein europäisches Biotechnologieunternehmen sowie die weltweit größte Finanzierung eines privaten ADC-Entwicklers. Mit den Mitteln treibt Tubulis insbesondere die klinische Entwicklung seines Leitkandidaten TUB-040 voran und baut seine Pipeline weiter aus.

Mit der Übernahme erweitert Gilead seine Pipeline um genau diesen Wirkstoffkandidaten TUB-040, ein gegen NaPi2b gerichtetes ADC. Dieser befindet sich derzeit in der klinischen Phase 1b/2 zur Behandlung von platinresistentem Eierstockkrebs sowie nicht-kleinzelligem Lungenkrebs. Ergänzt wird das Portfolio durch TUB-030, ein gegen 5T4 gerichtetes ADC mit vielversprechenden ersten klinischen Daten bei verschiedenen soliden Tumoren.

Darüber hinaus stärkt Gilead seine technologischen Kompetenzen im Bereich ADCs durch die Tubutecan-Linker-Payload-Technologie sowie weitere Plattformansätze, die auf eine gezieltere Wirkstoffabgabe an Tumore und eine verbesserte therapeutische Wirkung abzielen. Die Programme von Tubulis gelten als breit einsetzbar über verschiedene Tumorarten hinweg und ergänzen die bestehende Entwicklungsstrategie von Gilead.

Die Vereinbarung folgt auf eine bereits bestehende Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmen und unterstreicht die strategische Bedeutung von ADCs innerhalb von Gileads Onkologie-Fokus. Tubulis bringt neben klinischen Kandidaten auch eine Pipeline in frühen Entwicklungsstadien ein.

Nach Abschluss der Transaktion soll Tubulis als eigenständige Forschungseinheit innerhalb von Gilead weitergeführt werden. Der Standort München wird dabei eine zentrale Rolle als Innovationshub für ADC-Technologien einnehmen.

Finanziell umfasst die Übernahme eine Barzahlung von 3,15 Milliarden US-Dollar sowie potenzielle Meilensteinzahlungen von bis zu 1,85 Milliarden US-Dollar. Der Abschluss der Transaktion wird im zweiten Quartal 2026 erwartet, vorbehaltlich der üblichen regulatorischen Bedingungen.