LMU eröffnet neues Gebäude für Diagnostik und translationale Forschung

LMU-Präsident Professor Matthias H. Tschöp, Professor Sebastian Suerbaum, Lehrstuhl für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene am Max von Pettenkofer-Institut der LMU, Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume, Bayerns Bauminister Christian Bernreiter, Thomas Jenkel, Amtsleiter des Staatlichen Bauamtes München (v.r.) © LMU

Die Übertragung exzellenter Forschungsergebnisse aus der Mikrobiologie und Virologie in die Diagnostik an Patientinnen und Patienten ist ein wesentlicher Schritt, um Krankheiten schneller und besser zu behandeln und ihre Verbreitung zu verhindern. Zu diesem Zweck eröffnet die Ludwig-Maximilians-Universität München das neue Zentrum für Diagnostik und translationale Forschung des Max von Pettenkofer-Instituts für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie. Es soll dazu beitragen, Infektionskrankheiten effizienter zu behandeln und zu verhindern.

Das neue, 36 Millionen Euro schwere Gebäude bietet optimale Arbeitsbedingungen für den Nachweis von Infektionserregern mit allen modernen diagnostischen Verfahren der Bakteriologie, Virologie, Mykologie und Parasitologie. Zu den Highlights des Gebäudes gehört ein Großlabor für den Betrieb einer automatisierten Laborstraße für die kulturelle Mikrobiologie, eine für die großen anfallenden Datenmengen optimierte IT-Infrastruktur, die auch die KI-unterstützte Analyse der Befunde erlaubt sowie eine hochmoderne neu gebauten Rohrpostanlage, die an die Knotenpunkte des Klinikums angebunden ist, so dass im Operationssaal gewonnene Proben innerhalb weniger Minuten das Labor erreichen.

Ein weiteres Highlight ist ein nach neuesten Sicherheitsstandards gebautes Hochsicherheitslabor der Sicherheitsstufe 3, das beispielsweise für die Diagnostik der Tuberkulose oder der HIV-Erkrankung erforderlich ist, um einen optimalen Schutz des Personals und der Umwelt vor diesen Erregern sicherzustellen.

Prof. Dr. Matthias H. Tschöp, Präsident der LMU: „Die Zusammenführung von Diagnostik, translationaler Forschung und Lehre in der Medizinischen Mikrobiologie und Virologie auf höchstem Niveau, von modernster Laborinfrastruktur, Hochsicherheitslaboren und KI-gestützter Diagnostik - das sind optimale Voraussetzungen, um Infektionskrankheiten schneller zu erkennen, besser zu verstehen und gezielter zu bekämpfen. So können wir neue Erkenntnisse noch besser in die klinische Anwendung überführen und die Versorgung von Patientinnen und Patienten weiter verbessern.“

Im neuen Gebäude werden neben der mikrobiologischen und virologischen Diagnostik in den beiden akkreditierten Laborbereichen und ärztlicher Beratungstätigkeit auch die beiden am Max von Pettenkofer-Institut angesiedelten Nationalen Referenzzentren für Helicobacter pylori, den wichtigsten infektiösen Krebserreger, und für Retroviren, besonders das HI-Virus, eine Heimat finden.

In diesen beiden Bereichen hat das Max von Pettenkofer-Institut sowohl durch innovative Diagnostik als auch durch seine international relevanten Forschungserfolge eine führende Stellung erreicht. Translationale Forschungsarbeiten des Instituts werden unter anderem im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) und im gerade neu gegründeten Bayerischen Zentrum für präventive Infektionsmedizin (BZI) gefördert.