Medtech-Startups Endolease und Breathe Assist sichern sich Spitzenplätze beim Businessplan Wettbewerb Nordbayern

Platz 1 und 2 des Businessplan Wettbewerb Nordbayern 2025 von BayStartUP gehen an zwei Medtech-Start-ups: Endolease (links) und BreatheAssist. © BayStartUP / Andreas Gebert

Zwei Medizintechnik-Unternehmen belegen die vordersten Plätze beim Businessplan Wettbewerb Nordbayern 2025 von BayStartUP. ENDOLEASE vom Universitätsklinikum Würzburg sicherte sich Platz 1 mit einer Technologie zur lokalisierten Medikamentenfreisetzung im arteriellen Blutstrom. Platz 2 ging an BreatheAssist aus der FAU Erlangen-Nürnberg mit einem innovativen Intensivbeatmungsgerät, das die Zeit der künstlichen Beatmung deutlich verkürzt. Dritter wurde das Erlanger Team von fiveD, mit seiner KI-gestützten Radar-Simulationsplattform.

Wie kann man Medikamente gezielter einsetzen und Nebenwirkungen reduzieren? Wie lässt sich die künstliche Beatmung für Patienten verbessern? Für diese Fragen konnten die Gewinner-Start-ups aus dem Bereich MedTech überzeugende Lösungen und Geschäftskonzepte entwickeln und damit die Jury beim Businessplan Wettbewerb Nordbayern 2025 von BayStartUP überzeugen.

Den ersten Platz sicherte sich somit ENDOLEASE vom Universitätsklinikum Würzburg mit einer Technologie zur lokalisierten Medikamentenfreisetzung im arteriellen Blutstrom, um Nebenwirkungen zu minimieren und die Wirksamkeit von Behandlungen zu erhöhen. Das Spin-Off des Universitätsklinikums Würzburg entwickelt eine implantierbare Plattformtechnologie, die Medikamente gezielt am gewünschten Ort in den arteriellen Blutstrom freigibt. Damit sollten systemische Nebenwirkungen minimiert und die Wirksamkeit von Behandlungen durch gezielte Wirkstoffabgabe an betroffene Gewebe oder Organe maximiert werden. Die Technologie ist vor allem bei schwer therapierbaren Krankheitsbildern vielversprechend – etwa in der Kardiologie, Onkologie, Neurologie und Transplantationsmedizin.

Platz zwei ging an BreatheAssist mit einem innovativen Intensivbeatmungsgerät, das die natürliche Atmung präzise unterstützt und die Dauer der künstlichen Beatmung deutlich verkürzt. Die Ausgründung aus der FAU Erlangen-Nürnberg nutzt dazu eine Mess- und Steuereinheit am Patienten, die in Echtzeit auf jeden Atemimpuls reagiert. Dadurch wird der Tubuswiderstand erstmals vollständig ausgeglichen und eine „elektronische Extubation“ ermöglicht. Das Ergebnis: weniger Lungenschäden, kürzere Beatmungszeiten, reduzierter Sedierungsbedarf und eine erhebliche Entlastung des medizinischen Personals.  

Dritter wurde das Team von <link http: www.fived.ai>fiveD, ebenfalls aus Erlangen, das mit seiner KI-gestützten Radar-Simulationsplattform neue Maßstäbe für die Industrie setzen will.

„Die Finalisten, allen voran die drei Siegerteams, zeigen eindrucksvoll, wie technologischer Fortschritt aus der Wissenschaft in marktreife Lösungen überführt werden kann“, sagt Tobias Bladowski, Leiter des Businessplan Wettbewerbs Nordbayern bei BayStartUP. „Sie stehen exemplarisch für die Innovationskraft der nordbayerischen Startup-Szene. Der erfolgreiche Transfer von Hightech-Ansätzen aus den Hochschulen in unternehmerische Anwendungen ist dabei ein zentrales Erfolgskriterium. Mit dem professionellen Feedback unserer Jury verfügen die Teams nun über ein starkes Fundament für die weitere Skalierung ihrer Technologien.“

Insgesamt beteiligten sich über die drei Wettbewerbsphasen 125 Teams aus ganz Franken und der Oberpfalz – ein deutliches Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Der Wettbewerb hat sich zum Ziel gesetzt, zukunftsweisende Geschäftsideen zu fördern und mit einem tragfähigen Innovationsökosystem zu vernetzen.

Weitere nominierte Startups im Finale waren:

  • BOORGEN aus Möhrendorf bei Erlangen entwickelt mit Click2Build eine Software-Plattform für serielles Bauen.LaMa Recycling Technologies aus Würzburg arbeitet an einer Lösung, um bislang nicht wiederverwertbare Kunststoffabfälle aus der Industrie für den Stoffkreislauf nutzbar zu machen.
  • nara aus Würzburg stellt eine KI-gestützte digitale Mitarbeiterin für den IT-First-Level-Support bereit, die per Sprache, Chat und Bildschirmerkennung IT-Probleme in Echtzeit löst.
  • Pelora aus Erlangen ermöglicht präzise Indoor-Ortung von Gegenständen, Fahrzeugen und Personen über Bluetooth.
  •  viatolea aus Nürnberg bietet ein digitales Medizinprodukt zur Erkennung und Behandlung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Insgesamt ist der Wettbewerb mit 36.500 Euro dotiert und gilt als renommierte Adresse für durchdachte Geschäftsmodelle und aussichtsreiche Eintrittskarte in die Investorenwelt.