Das MedTech-Startup Sedivention hat eine Seed-Finanzierungsrunde über 2,9 Millionen Euro abgeschlossen. Die Runde wird vom Lead Investor bmp Ventures mit den IBG funds angeführt. Weitere Investoren sind der strategische Investmentarm eines globalen MedTech-Unternehmens, Bestandsinvestor High Tech Gründerfonds (HTGF), superangels sowie Cambridge Ventures. Mit dem frischen Kapital will Sedivention seine neuartige ambulante Therapie zur Behandlung von Adipositas weiterentwickeln, die Produktentwicklung abschließen sowie erste klinische Daten und eine First-in-Human-Studie zur Vorbereitung des Markteintritts generieren.
Adipositas zählt laut der World Obesity Federation mit weltweit über einer Milliarde betroffenen Menschen im Jahr 2030 zu den größten medizinischen und ökonomischen Herausforderungen unserer Zeit. Gleichzeitig werden die gesundheitsökonomischen Folgekosten auf bis zu 3,4 Billionen Euro jährlich geschätzt. Bestehende Therapieoptionen stoßen jedoch an deutliche Grenzen: Bariatrische Chirurgie gilt als hochinvasiv und ist nur für einen kleinen Teil der Patientinnen und Patienten geeignet, während medikamentöse Therapien hohe Kosten verursachen und häufig eine langfristige Einnahme erfordern.
Genau hier setzt Sedivention an. Das Unternehmen entwickelt eine minimalinvasive, einmalige und ambulante Therapie auf Basis eines gezielten Kryo-Eingriffs. Kern der Technologie ist ein speziell entwickelter Kryo-Ballonkatheter, der ähnlich einer Gastroskopie eingesetzt wird. Durch eine präzise Kryoablation werden die hungerrelevanten Magenäste des Vagusnervs unterbrochen. Ziel ist es, die gestörte Hunger- und Sättigungsregulation direkt zu adressieren und das Hungergefühl nachhaltig zu reduzieren – ohne Operation, Implantate oder lebenslange Medikation.
„Adipositas ist eine chronische Erkrankung, die medizinisch wirksame, aber zugleich schonende Therapien erfordert“, sagt Dr. med. Ute Nollert, Gründerin und Chief Medical Officer von Sedivention. „Unser Ansatz adressiert die zugrundeliegende Störung der Hunger- und Sättigungsregulation direkt und ermöglicht eine nachhaltige Reduktion des Hungergefühls – ohne Operation, ohne Implantate und ohne lebenslange Medikation.“
Sedivention positioniert sich damit in einem Markt, der derzeit stark von GLP-1-Medikamenten wie Ozempic oder Wegovy geprägt wird. Diese Therapien gelten zwar als wirksam, sind jedoch kostenintensiv und häufig auf eine langfristige Anwendung ausgelegt. Sedivention verfolgt dagegen einen interventionellen MedTech-Ansatz mit einmaliger Behandlung.
„Wir entwickeln eine proprietäre MedTech-Lösung mit dem Potenzial, einen globalen Milliardenmarkt durch eine skalierbare, ambulante Behandlung neu zu definieren“, sagt Dr.-Ing. Andreas Bröcker, Mitgründer und CEO von Sedivention. „Unsere Technologie ist von Beginn an auf internationale Skalierung ausgelegt und adressiert einen bislang nicht effizient erschlossenen Markt mit erheblichem Wachstumspotenzial.“
Ein funktionsfähiger Prototyp wurde bereits erfolgreich entwickelt und getestet. Mit der Seed-Finanzierung plant Sedivention, die Produktentwicklung abzuschließen, die First-in-Human-Studie durchzuführen sowie die weiteren klinischen und regulatorischen Schritte vorzubereiten.
Auch auf Investorenseite stößt der Ansatz auf großes Interesse. „Sedivention verbindet medizinische Evidenz mit einem klar skalierbaren und kosteneffizienten MedTech Ansatz“, sagt Dr. Jan Engels, Senior Investment Manager beim HTGF. „Das Team adressiert ein global relevantes Krankheitsbild mit einer technologisch überzeugenden Lösung.“
„Sedivention entwickelt eine innovative und überzeugende MedTech-Technologie, um die Adipositas Therapie nachhaltig neu zu definieren“, sagt Carlos Figueredo, Investment Manager bei bmp Ventures. „Der Lösungsansatz hat enormes transformatives Potential auf einen der größten Gesundheitsmärkte der Welt.“