Neue Ansätze zur Darmheilung nach Krebstherapie: LIT Regensburg identifiziert vielversprechende Strategien

Viele Krebspatientinnen und -patienten leiden nach intensiven Behandlungen wie Bestrahlung oder Stammzelltransplantationen unter schweren Schäden der Darmschleimhaut. Forschende der Kooperationsgruppe „Innate Immunstimulation bei Krebs und Transplantationen“ am Leibniz-Institut für Immuntherapie (LIT) in Regensburg haben nun zwei potenziell bahnbrechende Ansätze entdeckt, um die Darmheilung zu fördern und die Therapieergebnisse nachhaltig zu verbessern.

Dabei könnten Immunzellen und ein Stoffwechselbaustein helfen, die Heilung des Darms nach Krebstherapien zu verbessernZum einen helfen bestimmte Immunzellen, sogenannte regulatorische T-Zellen, den Darm zu reparieren. Sie setzen spezielle Botenstoffe frei, die die wichtigen Darmstammzellen aktivieren und so eine nachhaltige Regeneration ermöglichen. Zum anderen schützt ein kleiner Stoffwechselbaustein aus der Darmflora, Desaminotyrosin (DAT), Patienten vor schweren Komplikationen nach Stammzelltransplantationen. DAT stärkt die Darmbarriere und fördert die Reparatur auch dann, wenn die Darmflora durch Antibiotika geschädigt ist.

„Diese Entdeckungen eröffnen ganz neue Perspektiven für die Behandlung von Krebs und Transplantationspatienten“, sagt Prof. Hendrik Poeck, Leiter der LIT-Kooperationsgruppe. Beide Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung zeigen: Durch gezielte Unterstützung des Immunsystems und die Nutzung von Stoffwechselprodukten aus der Ernährung könnten sich Nebenwirkungen von Krebs-und Transplantationsbehandlungen künftig besser kontrollieren und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten verbessern lassen.

Wie sich diese Erkenntnisse in die Praxis übertragen lassen, soll in drei Studien des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) und des Förderprogramms „Krebs-Therapiestudien“ der Deutschen Krebshilfe untersucht werden.