Innovationspreis der BioRegionen Deutschlands 2026: Würzburger Vasc-on-Demand unter den Preisträgern

Katinka Theis und Alexander Radüchel vom Start-up Vasc-on-Demand, eines der drei Gewinner des Innovationspreis der BioRegionen Deutschlands 2026 © BioM

Anlässlich der German Biotech Days (DBT) 2026 in Leipzig hat der Arbeitskreis der BioRegionen Deutschlands am 21. April 2026 erneut seinen Innovationspreis vergeben. Das Würzburger Projekt Vasc-on-Demand überzeugte die Jury mit seiner Entwickelung künstlicher Blutgefäße. 

Der Innovationspreis der Bioregionen würdigt innovative, patentierte oder zur Patentierung angemeldete biotechnologische Ideen, die eine praxisnahe Umsetzung und große wirtschaftliche Perspektiven versprechen.

Plattformtechnologie aus Würzburg überzeugt

Zu den drei gleichwertigen Preisträgern zählt das Projekt „Vasc-on-Demand – Plattform für vaskularisierte Gewebemodelle“, das von Alexander Radüchel und Katinka Theis (Universitätsklinikum Würzburg) präsentiert wurde.

Die Plattform ermöglicht die standardisierte Herstellung vaskularisierter Gewebemodelle mithilfe sofort einsetzbarer künstlicher Blutgefäße und erlaubt so realistischere und reproduzierbarere Untersuchungen biologischer Prozesse und Wirkstoffeffekte.

Die Jury würdigte insbesondere den Plattformcharakter und das breite Anwendungspotenzial von der Wirkstoffentwicklung bis zur personalisierten Medizin sowie den klaren Weg in Richtung praktischer Umsetzung.

Sechs Finalisten, drei Preisträger

Insgesamt sechs Finalisten aus Dresden, Braunschweig, Berlin, Leipzig, Würzburg und Frankfurt am Main präsentierten ihre Forschungsprojekte einem internationalen Fachpublikum, darunter auch potenzielle Investoren. Die unabhängige Fachjury wählte daraus drei gleichwertige Preisträger aus, die jeweils mit einem Preisgeld von 2.000 Euro ausgezeichnet wurden.

Die weiteren Preisträger:

Innovativer Ansatz gegen resistente Infektionen

Ein weiterer Preisträger ist das Projekt „First-in-class small-molecule inhibitor of Staphylococcus aureus α-toxin“ von Dr. Aditya Shekhar (Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Braunschweig).

Es adressiert eine zentrale Herausforderung der modernen Medizin: schwere bakterielle Infektionen vor dem Hintergrund zunehmender antimikrobieller Resistenzen.

Neuer Angriffspunkt in der Krebstherapie

Ebenfalls ausgezeichnet wurde das Projekt „SpliceTACs: First-in-class spliceosome-targeting degraders“ von Dr. Xinlai Cheng (Buchmann Institute for Molecular Life Sciences, Goethe-Universität Frankfurt).

Der Ansatz zielt auf den gezielten Abbau des spliceosomalen Proteins USP39 ab, stört zentrale Prozesse der RNA-Verarbeitung und führt so zum Tumorzelltod.

Publikumspreis für „MakulaPatch“

Zusätzlich hatten alle Finalisten die Möglichkeit, den Publikumspreis 2026 zu gewinnen, der per Online-Voting vergeben wurde. Dieser ging an Felix Wagner mit dem Projekt „MakulaPatch“ von der Technischen Universität Dresden, in dem Mini-Netzhäute entwickelt werden, die degenerative Augenerkrankungen künftig wirkungsvoll bekämpfen sollen.