Das Biotech-Start-up Ovo Labs mit Sitz in London und München, ist mit dem Max-Planck-Gründungspreis des Stifterverbandes 2026 ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung fand am 16. Juni in Frankfurt am Main statt. Der mit 30.000 Euro dotierte Preis würdigt Ausgründungen aus der Max-Planck-Gesellschaft, die wissenschaftliche Erkenntnisse erfolgreich in innovative Anwendungen überführen.
Ovo Labs wurde erst 2025 aus dem Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften gegründet und entwickelt neuartige Therapeutika zur Verbesserung der Qualität menschlicher Eizellen. Mit den Wirkstoffkandidaten EmbryoProtect 1, 2 und 3 verfolgt das Unternehmen das Ziel, die altersbedingte Einschränkung der weiblichen Fruchtbarkeit zu adressieren und die Erfolgschancen künstlicher Befruchtungen zu erhöhen.
Die Jury überzeugte insbesondere der Ansatz, eine bislang ungelöste Herausforderung der Reproduktionsmedizin anzugehen. Da die Qualität menschlicher Eizellen mit zunehmendem Alter deutlich abnimmt, sinken auch die Erfolgsaussichten einer In-vitro-Fertilisation (IVF). Gleichzeitig verschiebt sich das Durchschnittsalter von Frauen bei der Geburt des ersten Kindes kontinuierlich nach hinten.
Dem Unternehmen wird daher ein großes Potenzial im Bereich Frauengesundheit zugesprochen. So erklärte Max-Planck-Präsident Patrick Cramer: „Ovo Labs hat das Potenzial, ein wegweisendes Unternehmen im Bereich Frauengesundheit aufzubauen. Das Start-up hat den Anspruch, eine Lücke in der Reproduktionsmedizin zu schließen, die bislang trotz großer gesellschaftlicher Relevanz weiterhin besteht. Mit Unterstützung der Max-Planck-Gesellschaft und auf Basis ihrer wegweisenden Forschung könnten Ovo Labs dazu beitragen, mehr Kinderwünsche zu erfüllen.“
Der Therapieansatz von Ovo Labs basiert auf jahrzehntelanger Grundlagenforschung. Die Biochemikerin Melina Schuh und ihr Team konnten aufklären, warum genetische Fehler insbesondere in älteren Eizellen zunehmen. Auf dieser wissenschaftlichen Grundlage entwickelt das Gründerteam um Schuh, Agata Zielinska und Oleksandr Yagensky nun neue Wirkstoffe, die die Eizellqualität verbessern und damit das reproduktive Zeitfenster verlängern sollen.
Begleitet wird die Ausgründung von der Technologietransfer-Organisation Max-Planck-Innovation. Bereits zur Gründung erhielt Ovo Labs exklusive weltweite Nutzungsrechte an drei Patenten. Mit der Auszeichnung erhält das junge Unternehmen nun zusätzliche Sichtbarkeit für seine Arbeit an einer Technologie, die künftig neue Perspektiven für Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch eröffnen könnte.