Forschende der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), des Universitätsklinikums Erlangen und von Helmholtz Munich haben in einer Studie an geimpften Personen untersucht, nach welchen Kriterien zytotoxische T-Zellen (Killerzellen) des Immunsystems zur Vermehrung angeregt werden. Die Ergebnisse, veröffentlicht in Science Immunology, zeigen: Nur Killerzellen mit ausreichend starker Bindung – sogenannter Avidität – an das Antigen vermehren sich und bilden Klone zur Bekämpfung von Erregern.
Grundlage der Untersuchung war die Immunantwort auf eine mRNA-Impfung gegen COVID-19. Diese Impfung veranlasst Körperzellen zur Produktion eines spezifischen Virus-Proteins, das wiederum von passenden T-Zell-Rezeptoren erkannt wird. Die Forschenden analysierten tausende Killerzellen pro Testperson sowie über 100 rekonstruierte T-Zell-Rezeptoren, um deren Avidität zu messen.
Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass nur Killerzellen, deren Rezeptoren einen bestimmten Schwellenwert an Avidität überschritten, sich vermehrten. Die Größe der entstehenden Zellklone variierte jedoch unabhängig von der Avidität. So entstanden bei den geimpften Personen etwa 20 bis 30 verschiedene Klone, die alle das Virusmerkmal ausreichend gut erkennen konnten.
Diese Diversität in der Immunantwort erhöht laut den Forschenden die Wahrscheinlichkeit, dass auch zukünftige Virusmutationen erkannt und bekämpft werden können. Die Studie liefert grundlegende Erkenntnisse zur Funktionsweise der adaptiven Immunabwehr und könnte künftige Impfstoffentwicklungen beeinflussen.