Telix übernimmt Garchinger ITM für 1,65 Milliarden US-Dollar

Der australische Radiopharma-Spezialist Telix Pharmaceuticals will die Garchinger ITM Isotope Technologies Munich SE übernehmen. Mit dem geplanten Zusammenschluss sollen die führende Isotopenproduktion und Entwicklungskompetenz von ITM mit der globalen Radiopharma-Plattform von Telix gebündelt werden. Der Transaktionswert liegt bei 1,65 Milliarden US-Dollar zuzüglich möglicher erfolgsabhängiger Zahlungen.

Telix Pharmaceuticals und die in Garching bei München ansässige ITM Isotope Technologies Munich SE haben eine Vereinbarung über einen Zusammenschluss bekannt gegeben. Im Rahmen der Transaktion will Telix sämtliche Anteile an ITM übernehmen. Die Vorab-Gegenleistung beläuft sich auf 1,65 Milliarden US-Dollar auf Cash-free-/Debt-free-Basis. Zusätzlich sind erfolgsabhängige Zahlungen von bis zu 700 Millionen US-Dollar vorgesehen, die an regulatorische und kommerzielle Meilensteine des Therapiekandidaten ITM-11 gekoppelt sind.

Mit dem Zusammenschluss wollen die beiden Unternehmen ihre komplementären Stärken entlang der radiopharmazeutischen Wertschöpfungskette verbinden – von der Produktion medizinischer Radioisotope über die Entwicklung neuer Wirkstoffe bis hin zu Herstellung und globaler Vermarktung.

ITM zählt zu den international führenden Unternehmen bei der Produktion therapeutischer Radioisotope und verfügt insbesondere über umfassende Kapazitäten für Lutetium-177 (¹⁷⁷Lu) sowie über Aktivitäten bei Actinium-225 (²²⁵Ac) und Terbium-161 (¹⁶¹Tb). Das 2004 gegründete Unternehmen betreibt zwei GMP-Produktionsstandorte im Raum München und beliefert über sein internationales Netzwerk Kunden in mehr als 65 Ländern. 2025 erzielte ITM einen Umsatz von 273 Millionen US-Dollar.

Neben der Isotopenproduktion bringt ITM eine fortgeschrittene Entwicklungspipeline in den Zusammenschluss ein. Dazu gehört ITM-11 (¹⁷⁷Lu-Edotreotid), eine zielgerichtete Radioligandentherapie zur Behandlung gastroenteropankreatischer neuroendokriner Tumoren (GEP-NETs). Der Kandidat hat bereits eine Phase-III-Studie abgeschlossen. Eine weitere Phase-III-Studie zur Erweiterung des möglichen Anwendungsspektrums ist vollständig rekrutiert.

Telix wiederum entwickelt und vermarktet radiopharmazeutische Diagnostika und Therapeutika mit Schwerpunkt auf Präzisionsonkologie und Theranostik. Durch die Kombination wollen die Unternehmen ihre Kompetenzen in Entwicklung, Isotopenversorgung, Produktion und Kommerzialisierung enger verzahnen und ihre Position im weltweit wachsenden Markt für Radiopharmazeutika ausbauen.

Nach Abschluss der Transaktion sollen die bisherigen Telix-Aktionäre rund 76,3 Prozent und die bisherigen ITM-Anteilseigner rund 23,7 Prozent der Telix-Aktien halten. Der Vollzug wird bis Ende 2026 angestrebt und steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Telix-Aktionäre, regulatorischer Freigaben und weiterer üblicher Abschlussbedingungen.