Die ISAR Bioscience GmbH aus Planegg und die YUMAB GmbH aus Braunschweig bündeln ihre Kompetenzen, um eine neuartige Antikörperplattform für den Transport von Biotherapeutika über die Blut-Hirn-Schranke zu entwickeln. Im Mittelpunkt der Kooperation steht ein gegen den Transferrinrezeptor gerichteter Antikörper, der künftig einen nicht-invasiven Zugang zum zentralen Nervensystem ermöglichen soll.
ISAR Bioscience und die YUMAB arbeiten gemeinsam an einer neuartigen Plattform, die therapeutische Wirkstoffe gezielt über die Blut-Hirn-Schranke (Blood-Brain Barrier, BBB) transportieren soll. Dafür entwickeln die Partner einen Antikörper, der spezifisch an den Transferrinrezeptor (TfR) bindet. Ziel ist es, Biotherapeutika künftig effizienter in das zentrale Nervensystem (ZNS) zu bringen und damit neue Behandlungsansätze insbesondere für neurologische Erkrankungen zu ermöglichen.
Die Blut-Hirn-Schranke schützt das Gehirn vor schädlichen Substanzen und Krankheitserregern, stellt gleichzeitig jedoch eine große Herausforderung bei der Entwicklung von Arzneimitteln für Erkrankungen des ZNS dar. Viele therapeutische Wirkstoffe können die Barriere nicht oder nur in unzureichender Konzentration überwinden. Dadurch sind teilweise invasive Applikationswege erforderlich, um therapeutisch wirksame Wirkstoffspiegel im Gehirn zu erreichen.
YUMAB und ISAR Bioscience wollen deshalb einen natürlichen Transportmechanismus des Körpers nutzen: die rezeptorvermittelte Transzytose über den Transferrinrezeptor. Dieser Rezeptor ermöglicht unter physiologischen Bedingungen den Transport von Eisen in das Gehirn. Ein TfR-spezifischer Antikörper soll künftig als Transportvehikel dienen und unterschiedliche therapeutische Wirkstoffe über die Blut-Hirn-Schranke bringen.
Die beiden Unternehmen bringen dafür komplementäre Kompetenzen in die Kooperation ein. Die in Planegg ansässige ISAR Bioscience entwickelt innovative Therapieansätze für neurodegenerative, immunologische und kardiovaskuläre Erkrankungen. Das Unternehmen arbeitet unter anderem mit induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen), therapeutischen Antikörpern sowie mRNA-/Lipid-Nanopartikel-(LNP)-basierten Ansätzen. YUMAB verfügt über langjährige Erfahrung in der Entwicklung und im Engineering therapeutischer Antikörper und hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 650 Projekte unterstützt.
„Wir freuen uns sehr über diese Zusammenarbeit, die eine wichtige Gelegenheit darstellt, die Leistungsfähigkeit unserer Antikörper-Entwicklungsplattform in einem hochinnovativen therapeutischen Anwendungsfeld weiter zu validieren“, sagt Dr. Thomas Schirrmann, Geschäftsführer der YUMAB GmbH. „Die Kombination unserer Expertise im Antikörper-Engineering mit den Stärken von ISAR Bioscience in der ZNS-Biologie und der translationalen Medizin schafft eine hervorragende Grundlage für die Entwicklung neuartiger Transportlösungen für Patientinnen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen.“
Auch bei ISAR Bioscience sieht man in der Überwindung der Blut-Hirn-Schranke einen wichtigen Ansatz für neue Therapien gegen neurodegenerative Erkrankungen.
„Der Transport therapeutischer Antikörper über die Blut-Hirn-Schranke ist ein entscheidender Baustein für die Entwicklung erfolgreicher Medikamente gegen die Alzheimer-Erkrankung“, erklärt Dr. Miriam Christlmeier, Leiterin des Bereichs Neurodegeneration bei ISAR Bioscience. „Wir freuen uns, gemeinsam mit dem erfahrenen Team von YUMAB an diesem Ziel zu arbeiten“, ergänzt Prof. Martin Lohse, Geschäftsführer der ISAR Bioscience GmbH. „Diese Zusammenarbeit ist eine perfekte synergistische Partnerschaft.“