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Axel Ullrich mit Lasker Award geehrt

Der deutsche Biochemiker Axel Ullrich, emeritierter Direktor des Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried, erhält zusammen mit zwei weiteren Forschern den Lasker-DeBakey Award für die Erfindung und Entwicklung des monoklonalen Antikörpers Herceptin zur Behandlung von Brustkrebs.

Axel Ullrich © MPI für Biochemie / A. Griesch

Der deutsche Biochemiker Axel Ullrich, emeritierter Direktor des Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried, erhält zusammen mit zwei weiteren Forschern den Lasker-DeBakey Award für die Erfindung und Entwicklung des monoklonalen Antikörpers Herceptin zur Behandlung von Brustkrebs. Der Preis ist die höchste biomedizinische wissenschaftliche Auszeichnung in den USA und wird mit 250.000 US-Dollar vergeben. Die Preisverleihung fand am 20. September in New York City statt.

Bei Frauen ist Brustkrebs heute die häufigste Krebserkrankung. Etwa 70.000 Frauen erkranken in Deutschland jährlich an einem sogenannten Mammakarzinom. Seit seiner Zulassung 1998 durch die FDA wurden 2,3 Millionen Frauen mit dem Brustkrebsmedikamet Herceptin behandelt. Herceptin wird zur Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs verwendet, einer aggressiven Form von Brustkrebs, die durch mehrere Kopien des Gens gekennzeichnet ist, das für das Protein HER2 (humaner epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor 2) kodiert.

Zusammen mit H. Michael Shepard, ehemaliger Genentech-Wissenschaftler und Dennis J. Slamon und von der University of California, Los Angeles, entwicklete Axel Ullrich mit Herceptin die erste monoklonale Antikörpertherapie, die auf ein von einem Onkogen kodiertes Protein abzielt. Herceptin blockierte in Kombination mit einer Chemotherapie die HER2-positive Brustkrebsprogression und verlängerte das Überleben im Vergleich zur Chemotherapie allein. Diese Strategie zur Behandlung solider Tumore ebnete den neuen Weg für die personalisierte Behandlung von Krebs.

Axel Ullrich studierte Biochemie in Tübingen und ging 1975 als Postdoc an die University of California, San Francisco, USA. 1979 entschied er sich für die anwendungsorientierte Forschung und wechselte zum weltweit ersten Biotechnologieunternehmen Genentech in San Francisco, USA. Dort etablierte er das Forschungsprogramm zur Molekularbiologie von Wachstumsfaktoren und deren Rezeptoren, den Schlüsselkomponenten der Zellkommunikation. Von 1988 bis Oktober 2016 war Ullrich Direktor und Leiter der Forschungsabteilung "Molekularbiologie" am MPI für Biochemie. Neben seiner akademischen Laufbahn gründete Ullrich zudem fünf Biotechnologieunternehmen. Seit November 2016 ist er emeritiertes wissenschaftliches Mitglied des Instituts.

Weiter Informationen:

https://www.mpg.de/20190910-Axel-Ullrich-Lasker-Award