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Biomarker-Konferenz im Oktober: A Roadmap towards Precision Health & Precision Medicine in Immune Mediated Diseases

In Nachfolge der früheren “Münchner Biomarker Konferenz”: Eine neue Veranstaltung nimmt den Faden auf und will der Personalisierten Medizin über die Onkologie hinaus zur Anwendung helfen. Vom 14.-15. Oktober in München.

Wie gerade sogar in DER WELT zu lesen war, befindet sich die moderne Medizin und auch die dazugehörige Forschung und Entwicklung mitten in einem dramatischen Wandel zur sog. Präzisionsmedizin oder Precision Medicine. https://www.welt.de/gesundheit/plus196326919/Praezisionsmedizin-Die-Krankheit-erkennen-bevor-sie-ausbricht.html

Induziert und ermöglicht wird dieser Paradigmenwechsel nun zunehmend durch das Zusammenwachsen von Künstlicher Intelligenz mit sog *Omics-Technologien und Real World Datenquellen zu einer ganz neuen Form von „datengetriebenem Wissen und Handeln“. Bis zur eigentlichen Prävention wie in dem Artikel in DER WELT angedeutet, ist es noch ein weiter Schritt, aber in der Onkologie erreicht man heute bereits durch neue, präzisere Therapieansätze sehr gute Ergebnisse in der Therapie, die manche von „Heilung“ träumen lässt bzw. zumindest aus Krebs eine behandel- und beherrschbare chronische Erkrankung werden lassen könnte.

Auch in der Diagnostik hat ein Unternehmen wie GRAIL gezeigt, dass die Kombination von KI mit einer Omics Technologie, in diesem Fall angewendet bei minimalinvasivem Einsatz, der so genannten „Liquid Biopsy“, Ergebnisse liefert die vor 5 Jahren als Hirngespinst abgetan worden wären: nämlich die Früherkennung entstehender Krebsformen aus dem Blut.

Thomas Wilckens, Organisator der Konferenz "PMBC2019" stellt dazu fest: "Umso verwunderlicher ist es, dass im Bereich der soziökomisch bedeutungsvollsten, also volkswirtschaftlich teuersten chronischen Erkrankungen mit massivem Verlust der Lebensqualität wie Immune Mediated Inflammatory Diseases (IMID; Rheumatoide Arthritis, Inflammatory Bowel Diseases, Neuroinflammation usw.) kaum konkrete Produkte in der Entwicklung sind, die bei einem Medikament auch den passenden Patienten 'zuweisen', also denjenigen, dem es auch wirklich nutzt; Humira, das kommerziell erfolgreichste Medikament in diesem Markt, wirkt je nach Indikation nur in 20-30% der Patienten – bei allen anderen wären nur die 'unerwünschten Nebenwirkungen' das Resultat einer solchen Fehl-Behandlung."

Durch fehlende Vergütungsmodelle scheine es nicht ausreichend Anreiz für die Industrie zu geben, solche hohen Zahlen der „möglichen Fehlbehandlungsquoten“ von deutlich über 50% abzubauen. Mit der Festlegung der FDA, dass der stratifizierende Biomarker eine Verpflichtung für die zielgerichtete Therapeutikaentwicklung ist, habe die ganze Industrie eine Art Ausweich- oder Seitwärtsbewegung vorgenommen und sich gleich in großer Zahl auf bis dahin vernachlässigten „seltene Erkrankungen“ gestürzt. Hier scheint die Gleichung „individuell diagnostizierter Patient“ plus passendes Therapeutikum gleich hohe Erstattungspreise eine Art Goldgräberstimmung ausgelöst zu haben, mit dem Effekt, dass große „Volkskrankheiten“ neuerlich in den Hintergrund treten mussten, meint Wilckens weiter.

Der Mediziner Wilckens, früher selbst einmal Gründer eines Biotech-Unternehmens und seit einiger Zeit als "Reisender Influencer und Trendscout" in Sachen Digitaler Gesundheit unterwegs, stellt weiter fest und formuliert dazu einige Fragen: "Bei diesen Volkskrankheiten ist ja auch wissenschaftlich noch am meisten zu tun: welche Biomarker sind denn die richtigen für das frühe Erkennen von Rheumatoide Arthritis und vielen anderen großen Krankheitsgebieten? Und was außer einer phänomenologischen Beschreibung verbirgt sich wirklich hinter den in einem solchen großen Krankheitsbegriff versammelten Indikationen? Gibt es überhaupt 'eine' Rheumatoide Arthritis?".

Was für Präzisionsmedizin und auch Prävention daher essentiell sei, wäre die Neuklassifikation dieser Pathologien (oftmals Definitionen aus vergangenen Jahrhunderten) aber auch die Beschreibung eines Gesunden auf molekularer Basis zur Differenzierung unterschiedlicher Zustände und Übergänge von Gesundheit zu Krankheit. "Das ist weder trivial noch billig, aber mit intelligenten Ansätzen und kreativem Voranschreiten schon heute machbar – vor allem wenn man bereit ist in globalen Entwicklungskooperativen zu denken", schließt Thomas Wilckens.

Kongress im Hilton-München City

Der 2nd International Congress on Precision Medicine (PMBC) vom 14.-15. Oktober im Münchner City Hilton-Hotel widmet sich daher grundsätzlich diesem Themenkomplex und vereint nicht nur Vordenker und Experten aus Akademia und Industrie zu einem „Think Tank“ ähnlichem Forum, sondern hat auch zum Ziel konkret umsetzbare Handlungsrahmen zu entwickeln, beispielsweise skalierbare, Problem orientierte Flagship Projekte für R&D, neue Versicherungsmodelle für Entscheider in der Industrie, wie auch ein neues Miteinander der Forschungs- und Gesundheitspolitik mit Investoren und StartUps. Getreu dem Veranstaltungsmotto: „A Roadmap towards Precision Health & Precision Medicine in IMID“. 

Näheres unter:

https://www.pmbc2019.com/