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Deutscher Krebshilfe-Preis für Prof. Dolores Schendel

© Medigene AG

Professor Dr. Dolores Schendel erhält den 'Deutsche Krebshilfe Preis' für ihre wesentlichen Beiträge zur Entwicklung von hochinnovativen Immuntherapie-Technologien. Sie teilt sich den 'Deutschen Krebshilfe Preis 2016' mit Professor Dr. Dres. h.c. Gert Riethmüller, ehemals Direktor des Instituts für Immunologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zeitgleich wird heute Professor Dr. Heribert Jürgens aus Münster mit dem 'Deutsche Krebshilfe Preis 2017' geehrt.

Prof. Dolores Schendel ist Vorstandsvorsitzende der Medigene AG in Martinsried bei München. Sie war von 1998 - 2013 Direktorin des Instituts für Molekulare Immunologie des Helmholtz Zentrums München (Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt). Zuvor lehrte sie als Professorin für Immunologie an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität, spezialisiert auf menschliche zelluläre Immunologie und T-Zell-Reaktionen im Bereich der Onkologie. Professor Schendel ist Autorin von über 200 wissenschaftlichen Publikationen, war mehrere Jahrzehnte Mitglied in Gutachtergremien verschiedener Forschungsorganisationen wie der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Deutschen Krebshilfe und dem Europäischen Forschungsrat und ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Dolores Schendel hat an der University of Wisconsin, USA, in Genetik promoviert, gefolgt von einer Post-Doc-Ausbildung in Immunologie am University College London, Großbritannien. Ihr Interesse an der Tumorimmunologie entwickelte sie während ihrer Zeit am Sloan-Kettering Institute for Cancer Research in New York.
Die Medigene AG ist ein börsennotiertes Biotechnologie-Unternehmen mit Hauptsitz in Martinsried bei München, das sich auf die Entwicklung personalisierter, T-Zell-gerichteter Immuntherapien konzentriert.

Prof. Gert Riethmüller ist emeritierter Professor am Institut für Immunologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er wird für seine Pionierarbeit und bahnbrechenden Erfolge in der Entwicklung von therapeutisch einsetzbaren Antikörpern bei Krebserkrankungen ausgezeichnet. Maßgeblichen Anteil hatten seine Arbeiten an der Firmengründung der Micromet AG, die mit einem ganz neuen Ansatz eines bidirektional wirkenden Verbindungs-Antikörpers zwischen unterschiedlichen Zelltypen des Immunsystems bahnbrechende Pionierarbeit für die wissensbasierte Anwendung der Immuntherapie geleistet hatte und diese Arbeiten auch nach der Übernahme durch Amgen in Form eines Medikamentes auf den Markt bringen konnte.

Träger des Deutsche Krebshilfe Preis 2017 ist Prof. Heribert Jürgens. Er ist emeritierter Direktor der Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Münster und erhält die Auszeichnung für die Entwicklung von Therapiestrategien beim Ewing-Sarkom, einem häufigen Knochentumor im Kindes- und Jugendalter.

„Die Deutsche Krebshilfe zeichnet heute drei Wissenschaftler aus, die mit großem Engagement dazu beigetragen haben, die Heilungschancen krebskranker Menschen zu verbessern und unser Wissen über die Krankheit Krebs zu erweitern“, sagt Dr. Fritz Pleitgen, Präsident der Deutschen Krebshilfe. Die Deutsche Krebshilfe verleiht den Preis an herausragende Ärzte und Wissenschaftler auf dem Gebiet der Onkologie. Damit möchte die gemeinnützige Organisation sowohl den großen Stellenwert der Krebsforschung im Kampf gegen die Krankheit zum Ausdruck bringen wie auch das Engagement von Experten und Persönlichkeiten würdigen, die die Versorgung krebskranker Menschen entscheidend verbessert haben.

In diesem Jahr wird die Auszeichnung gleich zweimal vergeben – für die Jahre 2016 und 2017. Die Preisverleihung findet im Rahmen einer Festveranstaltung heute um 15.30 Uhr in Bonn statt. 


Preisträger aus Bayern in den vergangenen Jahren

2002: Prof. Almuth Sellschopp, Institut für Psychosomatische Medizin, Psychotherapie und Medizinische Psychologie, Technische Universität München für ihre wegweisenden Arbeiten auf dem Gebiet der Psychoonkologie.

2004: Prof. Jörg Rüdiger Siewert, ärztlicher Direktor des Klinikums rechts der Isar der TU München, für seine Arbeiten zur Verbesserung von Versorgungsstrukturen in der Onkologie gewürdigt.

2005: Prof. Axel Ullrich, Direktor der Abteilung für Molekularbiologie am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried, ausgezeichnet für seine richtungweisenden wissenschaftlichen Arbeiten, die zur Entwicklung und Zulassung modernster Krebsmedikamente geführt haben.

2009: Prof. Gerhard Englert, Vorsitzender der Deutschen ILCO, für sein Engagement in der Patientenvertretung.

2013: Prof. Hans-Jochem Kolb, Städtisches Klinikum München und Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, für seine Arbeiten auf dem Gebiet der zellulären Immuntherapie und der Stammzelltransplantation.

2014: Prof. Werner Hohenberger, Direktor der Chirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen, für die Entwicklung sogenannter multimodaler Therapiekonzepte zur Behandlung von Darmkrebs.

Weitere Informationen
www.krebshilfe.de

www.medigene.de