Nachrichten

Gute Nachrichten zum 20. IZB-Geburtstag: die Finanzierer kommen zurück

Der Münchner Wagniskapitalfinanzierer TVM investiert nach langer Pause wieder in Deutschland. Profitieren soll zunächst ein Wirkstoffformulierer aus München, aber auch in Martinsried selbst sei etwas "geplant".

Rund 80 Gäste aus Wirtschaft und Politik waren am 16. Juli der Einladung des IZB gefolgt, anläßlich des 20jährigen Bestehens der Einrichtung über aktuelle Finanzierungstrends der deutschen Biotech-Branche zu diskutieren. Ein Fazit, das aus den zwei Podiumsrunden gezogen werden konnte: Die deutsche Biotech-Branche könnte vom Appetit US-amerikanischer Investoren auf Life Sciences profitieren. „Die Finanzierungsrunde, die wir in den nächsten Tagen zu München bekanntgeben werden wird bei 22 Mio. Euro liegen“, sagte Hubert Birner von TVM Capital am Rande des Kongresses „Biotech made in Germany“ am Innovations- und Gründerzentrum (IZB) in Martinsried.

Dabei betonte Birner, dass sich die deutsch-kanadische TVM nun nach langer Pause – das letzte Investment in Deutschland war im Jahr 2009 – wieder intensiv hierzulande umschaue. Im Rahmen des 2014 neu geschlossenen TVM Life Science Ventures VlI wurden signifikante Geldgeber in Kanada gewonnen. Insgesamt steht ein Gesamtvolumen von rund 250 Mio. Dollar zur Verfügung, ein Teil davon soll nach Europa fließen. Ziel sei, auch weitere Gelder explizit für deutsche Invetments einzusammeln. Nach Aussage von Birner fokussiert die erste Finanzierung in Deutschland – sie soll Mitte Juli offiziell bekannt gegeben werden – auf ein Unternehmen in München, das ein nanotechnologiebasiertes Verfahren zur Arzneimittelformulierung entwickelt hat. Wie Birner ankündigte, stehen zudem weitere Finanzierungen mit TVM-Beteiligung in München und der Schweiz noch im Herbst auf der Agenda.

Über neue Finanzierungsoptionen für deutsche Biotech-Vorhaben berichtete auch Patrick Bäuerle (Foto: Mitte). Der ehemalige Wissenschaftschef des Münchner Antikörper-Spezialisten Micromet, der im Jahr 2012 von Amgen übernommen wurde, ist erst vor drei Monaten zum US-amerikanischen Frühphasen-Investor MPM Capital gewechselt, der in Cambridge und San Francisco angesiedelt ist. „Wir beteiligen uns aktiv am Start-up-Aufbau aus dem akademischen Umfeld heraus und beim finanziellen Einstieg übernehmen wir direkt Managementaufgaben“, erläuterte er auf der Veranstaltung. Dies sei aus Sicht von MPM Capital der effizienteste Weg, um eine Gründungsidee zielgerichtet zum Exit zu bringen. Zwei US-Biotech-Firmen hat er in den ersten drei Monaten bereits ins Leben gerufen. Von seinem Büro in München aus sichtet Bäuerle nun aber auch den deutschen und europäischen Markt nach interessanten Gründungsvorhaben ab, obwohl es an Investitionsoptionen in den USA nicht mangeln würde. „Ich tue das aus Verbundenheit heraus, nicht weil ich es müsste“, sagte er. Ingesamt 400 Mio. Dollar stehen im aktuellen Fonds bei MPM Capital zur Verfügung.

Mit Material von transkript.de

www.transkript.de

Foto: IZB