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Netzwerken und Diskutieren auf den Deutschen Biotechnologietagen in Würzburg

Der Stand des Bayerischen Biotechnologie Clusters auf den Deutschen Biotechnologietagen 2019 in Würzburg.

Der Stand des Bayerischen Biotechnologie Clusters auf den Deutschen Biotechnologietagen 2019 in Würzburg. © Bio Deutschland / Andreas Grasser

Die Gewinner des Innovationspreises der deutschen BioRegionen

Die Gewinner des Innovationspreises der deutschen BioRegionen © Bio Deutschland / Andreas Grasser

Staatssekretär Roland Weigert (StMWi, Mitte) zu Besuch am bayerischen Gemeinschaftsstand der DBT 2019 © Bio Deutschland / Andreas Grasser

Die DBT2019, der Branchentreff der deutschen Biotechnolgieszene © Bio Deutschland / Andreas Grasser

Die Deutschen Biotechnologietage 2019 fanden erfolgreich am 8. und 9. April in Würzburg statt. Die größte Veranstaltung der deutschen Biotech-Branche brachte knapp 800 Teilnehmer zusammen, um die neuesten Trends und Entwicklungen im Bereich der Biotechnologie vorzustellen und zu diskutieren.

Auf der zweitägigen Veranstaltung in Würzburg stellten Forscher und Unternehmen aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen und Therapieansätze aber auch die Anwendungsmöglichkeiten der industriellen Biotechnologie vor. Neben der Vorstellung neuer Projekte in diversen Vorträgen wurde zudem in Podiumsdiskussion und Frühstücksrunden über die (notwendigen) Rahmenbedingungen, auch seitens der Politik diskutiert.

Die angekündigte Bundesforschungsministerin Karlizcek ließ sich allerdings kurzfristig entschuldigen und durch Referatsleiterin Andrea Noske vertreten. In ihrer Rede sieht Noske die Biotechnologie als dynamische Branche im Aufwind, die der Schlüssel zu biobasiertem nachhaltigen Wirtschaften sei. Um biobasierte Lösungen zu finden setze die Regierung auf Wissenschaft und Forschung und deren Förderung auf verschiedene Maßnahmen. Noske nannte hier die Agentur für Sprunginnovationen zur Förderung von disruptiven Innovationen, die Bio-Agenda sowie die Bioökonomie-Strategie und erhofft sich neue Wertschöpfungen mit hohem gesellschaftlichen Nutzen. Noske betonte zudem: „Die Bioökonomie ist bereits gut aufgestellt. Mit unserer Strategie wollen wir sie weiter verbreitern und weiter stärken.“ Statements von Clustersprecher Prof. Horst Domdey sind in 2 Beiträgen des Bayerischen Rundfunk enthalten: Bayerisches Fernsehen und BR Rundfunk.

Die bayerische Staatsregierung war durch Staatssekretär Roland Weigert vertreten: Er würdigte Bayern als Standort und die Rolle der Biotechnologie im Freistaat und stellte zugleich die aktuellen bayerischen Branchenzahlen vor (zu finden im neuen Jahresreport Bayerische Biotechnologie): „Wir sind stolz auf alle unsere Standorte und ihre Entwicklung. Vor 20 Jahren war Bayern noch kein bedeutender Pharmastandort. Als Staatsregierung bleiben wir unserer Langfriststrategie treu.“

Prof. Matthias Tschöp, Leiter des Helmholtz-Zentrum München erläuterte in seiner eindrucksvollen Keynote die Bedeutung der interdisziplinären und translationalen Forschung und deren Umsetzung am Helmholtz-Zentrum München. Das Helmholtz-Zentrum München diene als Schnittstelle für Künstliche Intelligenz und Engineering. Zudem sei neben der personalisierten Medizin die Prävention enorm wichtig.

Ein großes Thema auf den DBT war auch die geringe Investitionsbereitschaft in junge Unternehmen im Vergleich zu anderen Ländern, vor allem USA. Diese Problematik griff Jens Holstein von MorphoSys in seinem Vortrag auf und wurde in den Symposien weiter diskutiert.

Die Ausstellung und die Abendveranstaltung im Hofkeller der Residenz lud die Teilnehmer darüber hinaus ein, sich auszutauschen und weiter zu vernetzen. Selbst zu früher Stunde in den "Frühstücksrunden" zeigte sich etwa rings um die Darstellung der Innovationsprozesse in Israel eine sehr hohe Beteiligung.

Neben der traditionell stärker vertretenen biomedizinischen Biotechnologie (etwa zum Stand der Entwicklungen der Gentherapie in der Sitzung von vfa bio und BPI) nahmen auch Anwendungen in anderen industriellen Bereichen größer werdenden Raum ein. Eine Session lautete beispielsweise "Tschüss Erdöl", eine andere (vom Straubinger Clusterkollegen Andreas Löffert moderiert) widmete sich der industriellen Produktion von Enzymen aller Art - immer mehr und immer genauer nach dem Muster der Natur nachempfunden.

Außerdem wurde im Rahmen der Deutschen Biotechnologietage der Innovationspreis der Bioregionen vergeben. Die 3 gleichwertigen Preise gingen an:

  • alphaSEPT aus Garching (TU München) für einen neuen Therapieansatz gegen Sepsis
  • Norden Vaccines von der TU Braunschweig für einen Impfschutz gegen Zecken
  • BlueLab Wasseranalysesysteme GmbH aus Tübingen für eine automatisierte Legionellenuntersuchung von Trinkwasser

alphaSEPT erhielt zusätzlich den erstmals verliehenen Publikumspreis. Dieses Jahr organisierte den Preis der InfectoGnostics Forschungscampus Jena und BioRiver – Life Science im Rheinland aus Düsseldorf.

Das Branchenevent der Biotechnologie wurde organisiert von BIO Deutschland und dem Arbeitskreis der BioRegionen sowie mit BioM, und dem lokalen Partner IGZ Würzburg. Der BioPark Regensburg war außerdem Partnerregion.

Die jährlich stattfindenden, zweitägigen Deutschen Biotechnologietage dienen als Forum für den Erfahrungsaustausch zwischen allen Akteuren der deutschen Biotechnologieszene. Die nächsten DBT werden am 27. und 28. Mai 2020 in Wiesbaden stattfinden.

https://www.biotechnologietage.de/de/