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Start-up-Neugründungen in Deutschland: Bayern liegt vor Berlin, Medizin zweitstärkste Gründungsbranche, Regionen jenseits der Hotspots holen auf

© Startup-Verband/startupdetector

Zusammen mit dem Startup-Verband hat der startupdetector den Report "Next Generation – Startup-Neugründungen in Deutschland" veröffentlicht und damit die 2023er Trends zur Startup-Landschaft in Deutschland vorgestellt: Die Neugründungen sind 2023 rückläufig (-5%), damit auf dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019. Dieser Trend betrifft nahezu alle Branchen, Medizin bleibt jedoch zweitstärkste Gründungsbranche. Berlin überholt München bei den Pro-Kopf-Gründungen, bleibt bei den absoluten Zahlen jedoch hinter Bayern und: die Regionen jenseits der Hotspots werden immer interessanter für Neugründungen.

Im Jahr 2023 wurden in Deutschland trotz schwächelnder Wirtschaft und vieler Unsicherheiten fast 2.500 Startups gegründet. Gegenüber dem Vorjahr ist das jedoch ein Rückgang von knapp 5 Prozent. Mit der Report-Reihe „Next Generation – Startup-Neugründungen in Deutschland” erfassen Startup-Verband und startupdetector die Gründungsdynamik in Deutschland.

Zum Report: "Next Generation Startup-Neugründungen in Deutschland
Januar – Dezember 2023"

Ein Blick auf die Dynamik bei Startup-Neugründungen in Deutschland in 2023 zeigt:

Neugründungen sind 2023 rückläufig und auf Vor-Corona-Niveau

2023 wurden 2.489 Startups in Deutschland gegründet und damit knapp 5% weniger als noch im Jahr 2022 verzeichnet. Damit sinkt dieser wichtige Indikator auf das Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019. Gegenüber 2021 liegt der Rückgang sogar bei 22%. Der Rückgang im zweiten Halbjahr 2023 stoppte damit den erhofften positiven Trend in der ersten Jahreshälfte. Seit August lag die Gründungsdynamik wieder deutlich unter dem Niveau der Vorjahre. Damit ist die positive Entwicklung zwischen 2019 und 2021 gebrochen: 16 der letzten 24 Monate lagen unter dem Mittelwert der monatlichen Startup-Neugründungen von 2019 bis 2021.

Berlin bei den Pro-Kopf-Gründungen wieder vor München

In absoluten Zahlen liegen Bayern (477), Berlin (468) und Nordrhein-Westfalen (413) bei den Startup-Neugründungen vorne – verlieren aber an Dynamik. Berlin überholt München wieder bei den Gründungen pro Kopf, gleichzeitig geht die Aktivität in beiden Hotspots (-7% bzw. -13%) stärker als im bundesweiten Schnitt zurück. Unter den Bundesländern zählen insbesondere Sachsen, Baden Württemberg und Niedersachsen und Wachstum zu den Gewinnern 2023. Diese konnten sich entgegen dem negativen Trend positiv entwickeln.

Kleinere Standorte und Regionen jenseits der Hotspots holen auf

Pro Kopf werden in Berlin und Hamburg wesentlich mehr Startups gegründet als in den anderen Bundesländern – aber ihr Anteil ist von 33% in 2019 auf 25% in 2023 gesunken. Oft wird die Stärke von Bundesländern durch einzelne besonders relevante Hotspots getrieben: Beispiele sind München in Bayern oder auch Dresden und Leipzig in Sachsen.

Jedoch werden die Regionen jenseits der Hotspots wichtiger: Seit 2019 sinkt der Anteil der Neugründungen aus Berlin, München und Hamburg von 41% auf 33% - kleinere Standorte konnten aufholen. Die Fläche gewinnt dagegen zunehmend an Bedeutung. Flächenländer wie Baden-Württemberg, Niedersachsen und Sachsen konnten 2023 ein breites Wachstum verzeichnen. Das unterstreicht die zunehmende Bedeutung der Regionen jenseits der etablierten Startup-Hotspots.  Ländlich geprägte Regionen tun sich beim Aufbau von Startup-Ökosystemen schwer, locken aber mit niedrigeren Lebenshaltungskosten. Wichtig sei es, die Breite zu stärken und vorhandene Startups ausreichend zu vernetzen.

Medizin bei Neugründungen zweitstärkste Branche

Der Rückgang der Neugründungen trifft nahezu alle Branchen, die Verlierer sind aufgrund des schwachen Konsumklimas v.a. eCommerce (-18 %) und Food (-16 %). Der Software-Bereich kann jedoch deutlich zulegen (+21%). Der Medizinbereich bleibt mit Platz 2 weiterhin an der Spitze der Branchen mit den meisten Startup-Neugründungen. Hinter den Top 10 nimmt die Zahl der Neugründungen im Energiesektor deutlich zu (+ 69% auf 88 Startups). Starker Verlierer ist das Feld Blockchain und Krypto: Hier wurden 2023 nur noch 33 Startups gegründet (- 64 %).

Der startupdetector erfasst Startup-Neugründungen in Deutschland unter Nutzung der Handelsregisterdaten und leitet durch kontinuierliches Monitoring Trends in der Frühphase ab.