Pharmagipfel

Dialog zwischen Politik und Pharmaindustrie


Der Bayerische Pharmagipfel hat zum Ziel, mit seinen Partnern ein nachhaltiges und finanzierbares Gesundheitssystem zu schaffen, das Fortschritt und Patientenorientierung in der Medizin fördert und den Zugang zu innovativer Diagnostik und Therapie einschließlich digitaler Innovationen für alle Patienten ermöglicht.

Bayern hat dazu bereits in den letzten Jahren entscheidende Impulse für Maßnahmen auf Bundesebene zur Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln gesetzt.

Am 9. November haben im Zuge der nächsten Phase des Pharmagipfels Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek und Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert in Martinsried ein entsprechendes Papier unterzeichnet - mit dem Ziel, Bayern als Pharmastandort zu stärken und die Rahmenbedingungen für eine sichere Arzneimittelversorgung zu verbessern.

Die Erklärung sieht eine Vielzahl ganz konkreter Maßnahmen vor, darunter die Stärkung des Patentschutzes und Vereinfachung von Verwaltungsprozessen sowie ein Opt-Out Modell zur Nutzung von Daten aus der elektronischen Patientenakte (ePA) für Forschungszwecke.

Die Maßnahmen in der nun fortgeschriebenen Gemeinsamen Erklärung des Bayerischen Pharmagipfels sollen auf Bundesebene umgesetzt werden. Unterzeichner seitens der Pharmaverbände sind der Bundesverband der Arzneimittelhersteller e.V. (B.A.H), die Biotechnologie-Industrie-Organisation Deutschland e.V. (BIO Deutschland), der Landesverband Bayern des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI), Pro Generika e.V. und der Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (vfa).

Konkret sprechen sich die Politiker und Pharmaverbände für folgende Maßnahmen aus:

  • Stärkung des Patentschutzes
  • Vereinfachung von Verwaltungsprozessen
  • Nutzen von Gesundheitsdaten für Forschung & Entwicklung
  • Rahmenbedingungen für neuartige Therapien verbessern
  • Kräfte bündeln im Kampf gegen Krebs

Unter der Moderation von BioM soll der Austausch zwischen den an der klinischen Forschung beteiligten Stellen in Unternehmen und (Universitäts-)Kliniken in weiteren Arbeitstreffen im Rahmen einer Neuauflage des Runden Tisches „Klinische Forschung“ unterstützt werden. Hierbei gilt es, weitere Verbesserungsmaßnahmen zu identifizieren und zu realisieren.

Zudem sollen Synergiepotenziale bezüglich der Ertüchtigung der Klinik-IT-Infrastruktur innerhalb der Medizininformatik-Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und weitere geeignete Vorhaben und Organisationen evaluiert werden.

Dazu soll eine Arbeitsgruppe Klinische Forschung unter Beteiligung von BioM, dem Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, dem Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie sowie Vertretern der Pharmazeutischen Industrie zusammenfinden, um gesetzliche und untergesetzliche Maßnahmen zu diskutieren, darunter fallen auch strukturelle
Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur und der Incentivierung.

Weitere Informationen:
Gesundheitsministerium und Wirtschaftsministerium schreiben die Gemeinsame Erklärung zum Bayerischen Pharmagipfel fort - Holetschek und Weigert: "Die künftige Bundesregierung muss jetzt entschlossen handeln, um Arzneimittelforschung und -produktion zu stärken"

Foto: Die Partner des „Bayerischen Pharmagipfels“ bei der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung. © StMWi/E. Neureuther.

Prof. Dr. Horst Domdey
Prof. Dr. Horst Domdey

Managing Director


Gemeinsame Erklärung des Bayerischen Pharmagipfels vom 9. November 2021 (pdf)